Regionalvikar des Opus Dei bittet um Gebet für Kardinal Lehmann

Der am 11. März 2018 verstorbene Karl Kardinal Lehmann hatte als Vorsitzender der Deutschen Bischofkonferenz einen Blick für die Weltkirche. Prälat Dr. Christoph Bockamp, Regionalvikar des Opus Dei, bittet jetzt um Gebet für den Verstorbenen und erinnert dabei an einen Vortrag über den heiligen Josefmaria, den Karl Kardinal Lehmann im Jahr 2002 in Berlin gehalten hatte.

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Opus Dei - Regionalvikar des Opus Dei bittet um Gebet für Kardinal Lehmann Kardinal Lehmann 2015 © Bistum Mainz / Blum

Prälat Bockamp schreibt: „Vor wenigen Stunden hat Gott der Herr Karl Kardinal Lehmann zu sich in die Ewigkeit gerufen. Im Gebet und in der Heiligen Messe gedenke ich seiner und hoffe, dass er sich der Anschauung Gottes schon für immer erfreuen darf. In meiner Aufgabe als Regionalvikar des Opus Dei in Deutschland bin ich ihm immer wieder begegnet und habe ihn über die Entwicklung der Prälatur auf dem Laufenden gehalten. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er am 16. November 2002 in Berlin einen Vortrag über den heiligen Josefmaria Escrivá gehalten hat, wenige Wochen nach dessen Heiligsprechung in Rom. Dem Kardinal ging es darum, in einer „möglichst unbefangenen Darstellung des Lebens und Wirkens“ besonders auch zur spirituellen Gestalt, zur authentischen Gestalt des neuen Heiligen vorzustoßen. Alle Zuhörer zeigten sich damals überrascht, wie viel Mühe er sich mit diesem Vortrag gegeben hatte, vor allem, wie viele Bücher er konsultiert hatte.

Vor dem Martin-Gropius-Bau: Horst Hennert, Leiter des Berliner Opus Dei, Kardinal Karl Lehmann, Prälat Dr. Christoph Bockamp, Leiter des Opus Dei in Deutschland (v. li.). (Foto: Mirschel

Ich will das an einem kleinen, meines Erachtens signifikanten Beispiel erläutern. Im Vortrag kam er darauf zu sprechen, dass Escriva Wert darauf legte, in die Kleinigkeiten des Alltags Liebe hineinzulegen, damit man dort auch die Spuren Gottes finden kann. Und er fügte hinzu, alles andere sei für Escriva „Blechmystik“, die letztlich aus eitlen Träumereien und falschen Idealen besteht.

In der anschließenden Diskussion fragte ein Teilnehmer, was denn mit „Blechmystik“ gemeint sei. Daraufhin griff der Kardinal in seine alte Aktentasche, zog einen Interview- Band mit Escrivá heraus, blätterte einen Augenblick und las dann treffsicher das Zitat vor, mit dem eine Fußnote das Wortspiel aus dem Spanischen erläutert: „Hojalata heißt ‚Blech‘, und ojalá ist ein Seufzer, der mit ‚O wenn doch...‘ oder ‚hätte ich doch...‘ übersetzt werden könnte. Diese Seufzermystik ist also zugleich eine Blechmystik.“ Alle waren wir überrascht, wie tief und eingehend sich Kardinal Lehmann mit den Texten des neuen Heiligen beschäftigt hatte.

Für diesen Vortrag und für alle Unterstützung und Begleitung des Opus Dei in diesen vielen Jahren möchte ich ihm ein herzliches Vergelt´s Gott sagen.

Möge er ruhen in Frieden.“


Auszüge aus dem Vortrag und Teiltranskription der anschließenden Diskussion