„In der friedlichen Revolution sehe ich ein Wunder, für das ich dankbar bin.“

Der Weg zur Freiheit der Menschen in der DDR und zur Einheit Deutschlands wird von einem Protagonisten aus Dresden als ein Wirken Gottes in der Geschichte gesehen

Opus Dei - „In der friedlichen Revolution sehe ich ein Wunder, für das ich dankbar bin.“

Gebannt folgten die Zuhörer im Bildungszentrum Wilmershain den Ausführungen von Dr. Herbert Wagner, der als führender Kopf der „Gruppe der Zwanzig“ entscheidend zur friedlichen Revolution in Dresden beigetragen und als Oberbürgermeister nach der Wiedervereinigung in Dresden die Demokratisierung mit voran gebracht hatte.

Einfach und bescheiden stand dort ein Mann, der wie viele seiner Mitstreiter mit Besonnenheit und Stärke die anfangs seitens der Stasi gewaltsam niedergeschlagenen Proteste durch Gespräche und Gewaltlosigkeit zu einer friedlichen Demonstration und Revolution in Dresden brachte.

Dabei riskierten er und viele nicht nur verhaftet zu werden, sondern weitaus schlimmere Folgen.

Als es im Dezember zur Stasizentrale ging, um die Aktenvernichtung zu verhindern, ließ er seiner Frau einen Zettel auf dem Küchentisch: „Liebe Pia, bin bei der Stasi. Es kann heiß werden. Bete für mich! Herbert“.

Es verlief friedlich und auch dies, wie die Gesamtheit der Ereignisse dieser Wochen, ist für ihn ein Wunder.

Es gab lang anhaltenden Beifall in Anerkennung eines jener stillen Helden, ohne die die Mauer nie friedlich gefallen wäre.

Wie Volkspräsident Horst Sindermann später einmal gestand: „Wir waren auf alles vorbereitet, aber nicht auf Kerzen und Gebete. Sie haben uns wehrlos gemacht.“