Am 26. Juni wurde des heiligen Josefmaria gedacht

Überall in Deutschland feierten Gläubige unterschiedlicher Gesellschaftsschichten den 26. Juni 2019 als Fest des heiligen Josefmaria Escriva, des Gründers des Opus Dei. Einige Glanzlichter aus Großstädten belegen die Lebendigkeit seiner Botschaft von der Heiligung des Gewöhnlichen

Aachen – Alle mit Petrus zu Jesus durch Maria

„Omnes cum Petro ad Jesum per Mariam!“ (Alle mit Petrus zu Jesus durch Maria) An diese Worte des heiligen Josefmaria erinnerte Schulseelsorger Dr. Andreas Kuhlmann, Jülich, am Gedenktag des Heiligen in der Aachener Innenstadtkirche St. Foillan. Er feierte mit fast 100 Teilnehmern Gottesdienst und adressierte die Situation der Kirche, die auch Treue zum Papst und den Ortsbischöfen erfordere. Gestaltet wurde die Feier von der Organistin Frau Friedrich und Sopranistin Tatjana Kronau. Bei der anschließenden Begegnung im Pfarrsaal konnten sich Gäste über die religiösen Bildungsangebote der Prälatur Opus Dei für Studierende und Berufstätigte in den Bildungszentren der Stadt informieren.

Berlin – Ohne Wunden kann keiner Christ sein

„Wo sind denn deine Wunden? Den Auferstandenen erkennt man an seinen Wunden.“ Das gelte auch für die Kirche, die der mystische Leib Christi ist. Diesen Gedanken zur Verletzbarkeit des Menschen und deren übernatürlicher Dimension machte Weihbischof Dr. Matthias Heinrich zum Thema seiner Predigt in der Albertus-Magnus-Kirche in Berlin-Wilmersdorf. Eine Kirche ohne Wunden könnte man nicht als Leib Christi identifizieren. Damit seien nicht die Wunden menschlichen Versagens gemeint, sondern die, die die Anderen uns zufügen. „Verkünden wir das Evangelium um des Herrn Willen, der für uns verwundet wurde,“ rief er den mehr als 100 Teilnehmern zu.
„Wo sind denn deine Wunden?“ werde der Herr jeden einzelnen einmal fragen. „Wir haben Teil an Tod, Auferstehung und Wunden. Ohne Wunden kann keiner von uns Christ sein. Wer keine Wunden hat, hat niemals wirklich gekämpft.“ Er riet dazu, diese Wunden mit Geduld zu tragen und sich ihrer nicht schämen. „Sie sind Zeichen unserer Christusähnlichkeit. Freut euch, dass ihr Anteil an den Leiden Christi habt“, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit voll Jubel freuen könnt.
Dem Heiligen Josefmaria seien viele Wunden zugefügt worden – auf seinem Lebensweg und bei der Gründung des Opus Dei. Er habe uns daran erinnert, dass es die gemeinsame Berufung aller Christen zur Heiligkeit gibt. Und: Wir sollten die Welt vor allem durch unsere eigene Heiligung heiligen. Und das: „Da, wo Gott uns hinstellt.“

Weihbischof Dr. Matthias Heinrich verwies in Berlin auf die Wunden Christi, die auch ein Merkmal des Christen in der Nachfolge sein können. (Foto:E.G.)


Essen – auf Jesus hören ermöglicht einen reichen Fischfang

„Was sagt der heilige Josefmaria über den Hl. Geist?“ fragte der Bischof von Essen Franz-Josef Overbeck, bereits am Dienstag nach Pfingsten (11.6.2019)bei seiner Predigt aus Anlass des Gedenktags im Juni in der Anbetungskirche.

Pfingsten im Alltäglichen war für den hl. Josefmaria so bedeutsam. Der Heilige Geist wirke nicht nur erschütternd - mit Feuer und Sturm- sondern auch einfach und schlicht - in den Herzen der Menschen.

„Wenn ich trotz widriger Umstände auf Jesus höre, gibt es einen reichen Fischfang“, stellte er fest. Auch die Aufforderung des heiligen Josefmaria zu neuen Ufern aufzubrechen („Duc in altum!“) kam in seiner Ansprache vor. Die Anbetungskirche war mit 100 Personen gefüllt.

Hannover – ein Kirchenlied zum heiligen Josefmaria erklingt

Das Lied zum hl. Josefmaria (auf die Melodie „Lobe den Herren“) wurden in den vergangenen Jahren schon in anderen Städten gesungen. In Hannover stimmte die ganze Gemeinde dieses Lied zum Einzug an. Hauptzelebrant war Bischof Wieslaw Lechowicz, der Weihbischof von Tarnow in Südpolen. Festprediger war Pfarrer Jürgen Kämpf. Bischof Lechowicz hatte Theologie an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom studiert und erinnerte sich noch, an den Vorlesungen von Professor Fernando Ocariz, dem jetzigen Prälaten des Opus Dei, teilgenommen zu haben. Er hatte für die Gläubigen eine Reliquie des hl. Josefmaria zur Verehrung mitgebracht.

Hamburg - Das Besondere, nichts Besonderes zu sein

Das Besondere, nichts Besonderes zu sein, gehöre zur Christus-Nachfolge dazu, erläuterte im Hamburger Mariendom am 26. Juni Alt-Erzbischof Dr. Werner Thissen bei der Feier des Gedenkgottesdienstes im Gedenken an den heiligen Gründer. Einige Messbesucher kamen aus Kiel, Bremen und Wilhelmshaven. Bei der Begrüßungsansprache eines Hamburgers beim anschließenden Zusammensein wurde darauf verwiesen, dass die Mitglieder und Freunde des Werkes in den Pfarrgemeinden integriert sind und nichts Besonderes sein wollen. Dies verstärkte der Bischof erneut mit den Worten: "Das Besondere des Opus Dei ist, nichts Besonderes zu sein".

Köln – Jesus ist immer da: im Beruf, in der Familie, im Miteinander

„Josefmaria musste in der Kirche verkünden, dass die Christen Jesus nicht nur beim Vollzug der Liturgie begegnen,sondern auch in den nicht sakralen Begebenheiten: im Beruf, in der Familie, im Miteinander, im Feiern und in der Trauer, bei Erfolgen und Misserfolgen.“ In der Pfarrkirche St. Pantaleon in Köln lauschten etwa 150 Gläubige am Abend der Predigt von Monsignore Dr. Cesar Martinez. Er stellte die Aufgabe des Hl. Josefmaria heraus, die Gott ihm für die Kirche anvertraut hatte und berichtete von eigenen Begegnungen mit ihm. „Jesus ist immer da und erlebt mit mir meine Erlebnisse! Und so erkannte ich auf einmal, dass das gelebte Christentum säkular ist. Jesus ist„das Licht der Welt“ (Joh 8, 12), nicht nur das Licht unserer kirchlichen Bauten.“ Schließlich deutete Martinez auch die providentielle Rolle, die Gott dem Heiligen zugedacht hatte: “Bei Josémaria war es nur sinnvoll, dass der Geist, den Gott ihm zur Weitergabe an die Kirche anvertraut hatte, im Laufe der Jahre auch in einer konkreten Institution innerhalb der Kirche Realität werden sollte. Das Werk Gottes ist als weltweit errichtete Prälatur ein Teil der Kirche, der dazu da ist, den Geist der Versöhnung des Weltlichen mit Gott aktiv zu fördern.

Zelebranten und Messdiener beim Abschluss der Hl. Messe in St. Pantaleon in Köln. Monsignore Dr. Cesar Martinez berichtete in Köln, wie er die Botschaft des heiligen Josefmaria entdeckt hat. (Foto: HT)

München – Kinder Gottes dürfen auf seine Barmherzigkeit hoffen

Wenn es in der Schrift heißt "Ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht", so bedeute dies, dass diejenigen Kinder Gottes sind, die auf die Barmherzigkeit Gottes hoffen dürfen.

In seiner Predigt in der Universitätskirche St. Ludwig ging Generalvikar Prälat Prof. Dr. Peter Beer auch auf das Bild des „Menschenfischers” ein, das Jesus im Gespräch mit den Aposteln verwendet hat, die Fischer waren. „Es gibt Personen, die mit Jesu Wort vom “Menschenfischer" nichts anfangen können“. Er stellte klar, dass es in der Weitergabe des Glaubens nicht um Verführung gehe. Basis sei vielmehr ein Apostolat der Freundschaft, wie Jesus es mit den Jüngern vorgelebt hat. Es brauche Festigkeit im Glauben, aber auch Demut und Hingabe, wenn am Aufbau des Reiches Gottes gearbeitet wird. „Bleiben wir also gelassen: Es wird in Erfüllung gehen, was den Plänen Gottes entspricht“, erinnerte Beer.

Etwa 200 Personen waren am Gedenktag zur Messe in St. Ludwig gekommen, darunter viele junge Familien. Hier predigte schon Romano Guardini, der dort auch beerdigt liegt.

Bei schönsten und warmen Wetter fand anschließend eine Begegnung des internationalen Publikums im Pfarrsaal und Hof der Münchener Pfarrei St. Ludwig statt.

Unter jungen Menschen nach der Hl. Messe am 26. Juni in St. Ludwig München (Foto: JP)

Münster - Der Glaube bewegt junge Menschen auf Jesu Liebe zu antworten

„Wir begegnen in Christus einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont gibt“, sagte Pfarrer Norbert Abeler in seiner Predigt vor etwa 100 Gläubigen in der Münsteraner Hl. Kreuz-Kirche. „Wir erfahren in jeder heiligen Messe, dass Christus sich uns hingibt. Und das erfordert eine Antwort. Denn dies bedeutet: Da ist eine Person, die mich so sehr liebt!" Im normalen Alltag könnten wir Christus auf seine Liebe Antwort geben, etwa indem wir unsere Arbeit mit Blick auf ihn machen, aus Liebe. So werde aus dieser Arbeit Gebet.

Abeler freute sich über die 30 Jugendlichen und Kinder, die zu der heiligen Messe des Gedenktags des hl. Josefmaria am 14. Juni nach Münster gekommen waren. "Wenn ich von Leuten der Prälatur zu einer Hl. Messe eingeladen werde, dann sehe ich, dass der Glaube Relevanz für junge Leute hat", sagte der Priester aus dem Siegerland, der vor seiner Weihe in der Geschäftsführung eines mittelständischen Betriebes gearbeitet hatte.

Feldkirch/Österreich - Heilige geben Christus in allem den Vorrang

Der Einsatz für Bedürftige kann von der Beziehung zu Gott nicht getrennt werden, hat in Österreich der Feldkircher Bischof Benno Elbs betont. Er stand am Mittwochabend in der Basilika Maria Bildstein nahe Bregenz einem Gottesdienst zum Gedenktag des Opus-Dei-Gründers Josefmaria Escriva (1902-1975) vor. Wenn man auf das Leben des Heiligen sieht, dann stelle sich vor allem ein Gefühl ein, so der Bischof in seiner Predigt: "Ehrfurcht vor und Dank für das Leben dieser Menschen, die in allem Christus den Vorrang eingeräumt haben und in ihrer Zeit dem Evangelium ein konkretes Gesicht gegeben haben."