„Von Köln nach Enugu“ – Entwicklungshilfe im Homeoffice

Eine Schule in Nigeria wird derzeit im Corona-Lockdown mit dem Homeoffice-Projekt „Lernolympiade“ in Köln unterstützt. Eine Studentin aus dem International College Muengersdorf berichtet. 

Opus Dei - „Von Köln nach Enugu“ – Entwicklungshilfe im HomeofficeJunge Frauen in Köln engagieren sich für eine Schule in Nigeria Foto: Internationales College Muengersdorf

Stickige Luft in der Lernbibliothek. Lisa öffnet das Fenster und blickt auf den Kölner Stadtwald. Ihre Gedanken aber schwirren auf dem afrikanischen Kontinent umher. Eigentlich liegt Enugu (Nigeria) 6.815,2 km vom International College Muengersdorf entfernt. Doch mitten im Lockdown krempeln sich die Studentinnen die Ärmel hoch und verbessern die Schulausstattung einer Schule in Enugu: neue Schulmöbel (statt Bänke), eine neue Bibliothek… Wie das?

Wer eine Stunde studiert, vermittelt einen Euro für das Projekt

Für eine Stunde konzentriertes Studium spenden eifrige Sponsoren einen Euro für das Schulprojekt. Doch wer gedacht hätte, man würde damit nicht weit kommen, täuscht sich schwer. Seit Beginn der Initiative ist die Lernmotivation entschieden gestiegen. In der Eingangshalle hängt ein großes Plakat mit 2000 Flächen zum Ausmalen, pro Lernstunde eine. 2000 Euro -und nicht weniger- haben sich die Studentinnen mit dieser Lernolympiade als Ziel gesetzt und das bewegt sehr viel: neben der neuen Ausstattung der Klasse kann damit auch mindestens vier Schülerinnen über vier Jahre der Schulbesuch ermöglicht werden.

Zweckbestimmung durch Engagement der Teilnehmerinnen

Zu verdanken haben wir diese Initiative unter anderem Frau Meggy Kantert, die bei einem der letzten „Talk together“ vor dem Lockdown von ihrer Zusammenarbeit mit CIDJAP (Catholic Institute for Development Justice and Peace) und den Projekten in Enugu berichtet hatte. Sie brachte Grüße von Blessing mit, ein Patenkind, das das College schon seit längerem in Enugu unterstützt.

Klausurphasen bringen besonders viele Euros für Enugu

Dicke Luft in der Lernbibliothek durch rauchende Köpfe in der Klausurphase; Druckstellen in den Ohrmuscheln von den Ohrstöpseln zur besseren Konzentration; an den Ellbogen leicht durchgescheuerte Pullover und noch einiges mehr überbrücken nun die weite Distanz bis nach Enugu. Der Lockdown kann uns nicht bremsen!

Lerntipps für Teilnehmer gibt es in der beigefügten Grafik! (DR)