Was Peter Blank hinterlassen hat – ein Rückblick

Dr. Peter Blank (81) ist am Morgen des 26. März nach der Stärkung mit den Sakramenten der katholischen Kirche in München gestorben.

Opus Dei - Was Peter Blank hinterlassen hat – ein Rückblick

Dort lebte er im Bildungszentrum Weidenau, das ihn in einer Todesanzeige ( www.weidenau.org) als „Vollblut-Seelsorger“ bezeichnet. Er habe den großen Wunsch gehabt, Menschen zu Gott zu führen. Seine größte Prägung erhielt er durch Eltern und Geschwister, sowie durch seine römischen Jahre an der Seite des hl. Josefmaria Escrivá, den er sehr verehrte. In Deutschland gehörte zu den ersten Mitgliedern des Opus Dei. In seinen letzten Lebensjahren war es ihm vergönnt, noch eine Reihe von Büchern über geistliche und kirchenhistorische Themen zu schreiben.

Dr. Peter Blank (Jahrgang 1939) war Priester der Prälatur Opus Dei. Er gehörte zu den ersten, die in Deutschland um die Aufnahme ins Werk baten, nachdem die ersten Mitglieder 1952 ihre Arbeit in diesem Land begonnen hatten. Er machte im Jahr 1963 zunächst das juristische Staatsexamen. Auf Anregung des hl. Josefmaria Studium und theologische Promotion in Rom. Seit 1968 Priester in der Prälatur Opus Dei, Religionslehrer und Studentenseelsorger in Aachen, Köln, Bonn, Jülich und Münster. Seit 2003 bis zu seinem Tod war er Familienseelsorger in München mit Schwerpunkt auf Beichtseelsorge und geistlicher Begleitung. Er ist Josefmaria Escrivá, dem heiliggesprochenen Opus-Dei-Gründer, häufig und unter verschiedenen Umständen begegnet.

Mit dem hl. Josefmaria am 22. September 1958 in Bonn

Über seine römischen Jahre

Im Jahr 2002 hat Peter Blank seine Begegnungen mit Josefmaria in dem Band Josemaría Escrivá – Profile einer Gründergestalt, César Ortiz (Hrsg.); Adamas Verlag, Köln 2002 festgehalten. Darin schreibt er unter anderem über seine erste persönliche Begegnung mit dem Heiligen, der „Vater“ genannt wurde, am 22. September 1958 in Bonn: „Was mich als erstes zutiefst beeindruckte, war die Kniebeuge, die der Vater in unserer winzigen Kapelle in der »Koblenzer Straße« vor dem Allerheiligsten machte. Es war mir damals und ist mir heute nicht möglich zu sagen, was denn eigentlich das »Besondere« daran war. Es war ganz einfach eine ganz »normale« Kniebeuge. Da war nichts, was man auch nur entfernt als ostentativ »fromm«, rituell oder steif empfinden konnte. Und doch war jede kleinste Geste innigstes Gebet: Ausdruck einer unbeschreibbar herzlichen, persönlichen Liebe im Umgang mit dem Herrn im Altarssakrament.“

Sein Eindruck vom Gründer, dessen Lehre und Spiritualität er ein Leben lang den Menschen weitergeben wollte: „Wenn ich heute gefragt würde, was für mich die Persönlichkeit des seligen Josemaria am treffendsten charakterisiere und was auf mich den nachhaltigsten Eindruck gemacht habe, dann würde ich ohne zu zögern sagen: Seine Warmherzigkeit, seine einzigartige Fähigkeit zu lieben. Und wenn man mich nun fragen würde, ob ich damit die gewinnende, menschliche Herzlichkeit oder die theologische Gottes- und Nächstenliebe meine, dann wüßte ich auf diese Frage beim besten Willen keine Antwort.“

Was dem heiligen Josefmaria an ihm auffiel

Und was dem hl. Josefmaria damals an Peter Blank auffiel: „Zehn Minuten später schaut mich der Vater durchdringend an und sagt: »Peter, dir geht es nicht gut. Ich glaube, du bist krank.« Und dann zum Arzt des Hauses: »Schau dir den Peter gleich einmal gründlich an.« (Tatsächlich hatte ich mich auf der Reise erkältet, hatte an dem Tag vielleicht ein Grad Fieber und fühlte mich nicht besonders gut. Eine Kleinigkeit. Niemandem war es aufgefallen. Der Vater »entdeckte« es auf 10 Meter Entfernung mitten in einer Menge von 200 Personen.)“

„Am Ende nahm er mich in den Arm und sagte mir mit der besonderen Eindringlichkeit, die ihn immer gefangen nahm, wenn es um die Hl. Messe und das Priestertum ging, ins Ohr: »Peter, wir dürfen uns nie daran gewöhnen, Priester zu sein! Das Priestertum ist ein einziges großes Wunder. Bitte bewahr dir das Staunen über diese göttliche Vollmacht, die der Herr dir anvertraut hat: jeden Tag von neuem gehorcht dir Gott selbst, wenn du das Messopfer feierst. Versprich mir, dass du alles Menschenmögliche tun willst, um dich nie daran zu gewöhnen und dir die Begeisterung vom ersten Tag deines Priesterseins zu bewahren. Bitte, vergiß es nie: es ist ein einziges großes Wunder!«“

Verschiedene Krankheiten gehört zu seinem Leben dazu

Damit hatte der Gründer aber zugleich ein Merkmal des Schicksals von Peter Blank erfasst. Es waren Krankheiten, die Peter Blank Zeit seines Lebens zugesetzt haben, wobei sowohl Herz-Kreislauf-Leiden, rheumatische Erkrankungen oder neurologische Störungen im Spiel waren. Man wird an die Erkrankungen von Theresia von Avila oder anderer großer Gestalten erinnert, die trotz eines tätigen Lebens stets unter großen Einschränkungen und gelegentlich auch Schmerzen leben und handeln mussten. So konnte er in den letzten Lebensjahren nur ganz gelegentlich das Graswangtal bei Ettal aufsuchen, das zu einem Lieblingsort für ihn geworden war, immer wenn er München verlassen konnte.

Seelsorge als leidenschaftliche Tätigkeit – von der Kölner Kirchenzeitung aufgegriffen

Der Schwerpunkt seiner Arbeit war aus Leidenschaft die Seelsorge. Über sein Buch zu dieser Thematik „Nicht allein!“ schrieb Erich Läufer in der Kölner Kirchenzeitung: „Der Autor, Peter Blank, ist Priester des Opus Dei und Familienseelsorger in München. Er bietet Gedanken und Erfahrungen aus fünfzig Priesterjahren an, gibt für Interessierte sowie für Seelsorger Hinweise und Hilfen aus der Praxis. Grundsätzlich geht Blank davon aus … dass „Alltagschristen“ Freude daran finden, Gott in den weltlichen Aufgaben des Lebens zu dienen.“

Viele Erfahrungen sammelte er in der Ehepastoral

Einen Rückblick über seine Erfahrungen aus der Ehepastoral bietet das Buch „Dass Ehe gelingen möge“, womit er die Anliegen von Papst Franziskus in seinem Schreiben über die Freude der Liebe – „Amoris laetitia“ –transportieren wollte. Angesichts der wachsenden Zahl gescheiterter Ehen und der zunehmenden Scheu zu heiraten, wollte er als Seelsorger ermutigen, die Ehe als eine Berufung zu begreifen, um Liebe reifen zu lassen und einen festen Entschluss zu fassen.

Sein 50. Priesterjubiläum feierte Peter Blank im Jahr 2018 im Bildungszentrum Weidenau in München – im Beisein seiner beiden Schwestern, des Regionalvikars des Opus Dei, sowie Mitgliedern seiner spirituellen Familie, was für ihn – trotz bestehender gesundheitlicher Einschränkungen – eine große Freude war.

Eine Liste der geistlichen Publikationen von Peter Blank: