Fernando Orús Graf, Priester des Opus Dei, gestorben

Am 10. Juli 2018 erlag Fernando Orús Graf, Priester des Opus Dei, in Zürich einer Lungenentzündung. Er stand in seinem 75. Lebensjahr. Viele Menschen in der Schweiz trauern um einen liebenswürdigen und hingebungsvollen Seelsorger.

Opus Dei in der Schweiz
Opus Dei - Fernando Orús Graf, Priester des Opus Dei, gestorben

«Dr. Graf» - oder «Don Fernando», wie manche ihn familiärer und passender auch nannten - wurde am 1. Januar 1944 in Salamanca geboren, als Sohn eines spanischen Vaters und einer schweizerisch-griechischen Mutter. In Salamanca besuchte er die Schulen und lernte dort auch das Opus Dei kennen, dem er sich später anschloss. Von 1961-1966 studierte er Rechtswissenschaft an der Universität Navarra. Danach folgte er einem Ruf nach Rom in die zentrale Ausbildungsstätte des Opus Dei. Hier studierte er Theologie und Kirchenrecht und wurde 1969 zum Priester geweiht.

Ein warmherziger, humorvoller Freund und Beichtvater

Seine erste priesterliche Tätigkeit übte er in Saragossa in Spanien aus. Bereits 1972 kam er in die Schweiz, um die noch junge Arbeit des Opus Dei in diesem Land zu unterstützen. Lange Zeit war er hauptsächlich Jugend- und Studentenseelsorger, später lag der Schwerpunkt auf der Erwachsenenbildung. Jede Aufgabe übernahm er mit großer Bereitwilligkeit. Verankert in einem tiefen Gottvertrauen, strahlte er viel menschliche Wärme aus. Er hatte einen liebenswürdigen, manchmal fast spitzbübischen, aber niemals verletzenden Humor. Diese Qualitäten und sein Eifer für das seelische Wohlergehen der Menschen machten ihn zu einem gesuchten geistlichen Begleiter und Beichtvater. Auch besuchte und begleitete er viele Kranke. Von 2007 bis 2010 war er Seelsorger im Limmattalspital.

Unbeirrter und leidenschaftlicher Einsatz trotz gesundheitlichen Rückschlägen

Schon zu dieser Zeit aber war Don Fernando selber von Krankheit gezeichnet. Im Jahr 2012 musste er sich erneut mehreren Operationen unterziehen, die weitere Spuren in seinem Körper hinterliessen. Doch alles hielt ihn nicht davon ab, weiterhin ungeschmälert seinen priesterlichen Dienst zu tun. Er tat es gern, gelassen und ohne jede Klage, als sei es das Selbstverständlichste der Welt.

So arbeitete er sechs Jahre lang weiter. Dann, am vergangenen 19. Juni, ereilte ihn eine neuerliche Lungenentzündung. Diesmal war sie so heftig, dass er zwei Tage später zur Intensivstation gebracht werden musste. Fast drei Wochen lang kämpften die Ärzte um sein Überleben, dann mussten sie sich am 10. Juli geschlagen geben. Versehen mit der Krankensalbung starb Fernando im Beisein seiner Schwester und seines Neffen sowie von zweien seiner Mitbrüder vom Opus Dei. Er fand im Friedhof Fluntern in Zürich seine letzte Ruhestätte.

Mit Dr. Graf bzw. Don Fernando haben viele Menschen einen hingebungsvollen und liebenswürdigen Seelsorger verloren. Sie vertrauen darauf, dass er ihnen nun vom Himmel her mit Verständnis, Trost und Ermutigung zur Seite steht.

Persönliche Zeugnisse

An Dr. Graf denken, da kommt mir unweigerlich die Tugend der Magnifizenz in den Sinn. Das Schöne, das Edle, das Würdige zu feiern wissen, das hat uns, meiner Frau Ximena und mir, schon Dr. Graf bei unserer Ehevorbereitung ans Herz gelegt, als wir über die Vorbereitungen des Hochzeitsfestes sprachen. In den letzten Jahren, als Dr. Graf schwierige Herausforderungen der Gesundheit zu tragen hatte, habe ich öfters gedacht, dass er diese Tugend der Magnifizenz im hohen Mass selbst gelebt hat. Denn er lebte als hätte es den Sündenfall des Menschen und die Folgen davon nie gegeben! Er lebte das Leben des Menschen wie Gott ihn ursprünglich gemacht hat, voller Würde, Freude und Schönheit. Er lächelte einen immer wie ein Vater an, er schien immer glücklich zu sein, man konnte ihn vielleicht durch seine Krankheit im Schluckorgan nicht gut verstehen, aber er bemühte sich dann lächelnd umso mehr, das gerade Gesagte verständlicher zu wiederholen. Bei den Aperos der Feste, die es immer mal wieder gab, war er immer demütig für jeden Menschen gesprächsbereit, nie im Gespräch eine Geste der Ungeduld, sondern er umarmte förmlich einen eher mit seinem grosszügigen Lächeln. Fast hatte man schon den Eindruck, dass Dr. Graf wieder komplett gesund war, obwohl verborgen hinter seinem Lächeln wahrscheinlich das körperliche Leiden von Morgens bis Abends den Takt vorgab. (Andrés)

Lieber Don Fernando: Ich hab dich sehr gern. Ich hoffe, dass es dir im Himmel besser geht. Wir beten noch ganz viel für dich. Alles Liebe ♥ (Ein von Don Fernando getaufter Junge)

Don Fernando trug geduldig seine Leiden und war ein wunderbarer Beichtvater, dessen Güte ich nie vergessen werde (Ein Junger Priester)

Don Fernando hat mich während meiner Studienjahre in Zürich begleitet. Es war eine wunderbare Erfahrung: Dank ihm habe ich das Gleichgewicht gefunden zwischen geistlichem und beruflichem Leben, und ich habe sehr Nützliches für mein Glaubensleben gelernt. Interessiert folgte ich seiner Betrachtungen am Donnerstagabend im Studentinnenheim Sonnegg. Ich fühlte mich von ihm angenommen wie von einem Vater. Für mich war er die Barmherzigkeit Gottes in Person (eine Journalistin)

Don Fernando - ein einfühlsamer, väterlicher, humorvoller Priester, der mich, meine Familie und vor allem meine todkranke Tochter eng begleitete. In allen Situationen war er mit uns und stets verfügbar. Täglich besuchte er meine Tochter im Krankenhaus, brachte ihr die Heilige Kommunion und half uns allen, den Tod in einer hoffnungsvollen Haltung auf das ewige Leben in Christus anzunehmen. Für mich ist er ein Vorbild eines Menschen, der fest verankert im Glauben auf den auferstandenen Christus lebt. Mit seinem Tod geht eine neuer Stern - sein Stern - am Himmel auf, der uns den Weg zu Christus weist. (Mutter und Berufsfrau)