Ein Weg der Solidarität

Das Opus Dei entstand bei den Hilfsbedürftigen in Madrid, in den Spitälern und den Armenvierteln

Opus Dei - Ein Weg der Solidarität

Zu Beginn seines Apostolats bei den Studenten in Madrid, in der ersten Hälfte der Dreissiger-Jahre, entstand eine neue Initiative mit dem Namen « Besuch bei den Armen », die sich rasch verbreitete. Junge Studenten wurden eingeladen, bedürftige und kranke Menschen zu besuchen, sie zu begleiten, ihnen die eine oder andere konkrete Hilfeleistung zu erbringen, ihnen Zuneigung und Wärme zu schenken und sie auf diese Weise in ihrer Einsamkeit zu trösten.

Im Rahmen dieser « Schule » der Grosszügigkeit konnten die jungen Menschen in ihrem Herzen erfahren, dass es nicht genügt, Barmherzigkeit durch anonyme und kalte Spenden auszuüben, sondern dass sie gelebt werden muss, indem man die Sorgen der anderen erkennt und auf sich nimmt.

Gemäss dem Charisma der Heiligung der Arbeit hat der Hl. Josefmaria über die Gründung des Opus Dei der Arbeit, und ganz besonders auch der Berufsausübung, eine grosse Bedeutung zuerkannt; sie gilt als « wesentlicher Faktor der Zusammensetzung und der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft». Die Arbeit ist nicht die einzige, aber ganz bestimmt eine der wichtigsten Kräfte für die Gestaltung einer gerechten Gesellschaft.

Sie ist Ursprung und Quelle für die Schaffung neuer Güter und somit ein wichtiger Faktor für den Fortschritt. Auf diese Weise stärkte er die Sozialverantwortung der Christen und förderte weltweit zahlreiche verschiedene Initiativen zur Stärkung von Menschlichkeit und zur Verbesserung der sozialen Verhältnisse: Werke zur Unterstützung sozialer und ländlicher Verhältnisse, Ausbildung von Unternehmern, Industriellen und Freiwilligen.

« Les chrétiens, dans un pluralisme logique, tout en jouissant de la plus grande liberté dans leurs études et dans la mise en oeuvre des différentes solutions, doivent se retrou­ver dans leur identique désir de servir l’hu­manité. Autrement leur christianisme ne serait pas la Parole et la Vie de Jésus : ce se­rait un masque, un leurre face à Dieu et face aux hommes » (Quand le Christ passe n. 167).


Auszug aus dem Vortrag von Prof. Martin Schlag über « Die Liebe der Armen beim Hl. Josefmaria», veröffentlicht unter N. 8 von Studia et Documenta.