Zeichentrickfilm über Escrivá

Ein italienisch-nordkoreanischer Trickfilm erzählt von der schwierigen Kindheit des heiligen Josefmaria

(Übersetzung aus der Online-Ausgabe der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera vom 7. Juni 2008)

Rom – Auch Heilige waren einmal Kinder. Ohne Frage. Doch wurde noch nie ein Zeichentrickfilm produziert, der Kindern und Jugendlichen von der Kindheit eines Menschen erzählt, den die Kirche erst vor wenigen Jahren zur Ehre der Altäre erhoben hat.  

Der Trickfilm 

Der Film hat eine Laufzeit von gut 60 Minuten. Im Herbst 2008 strahlen ihn das italienische Fernsehen (RAI 1 oder Canale 5) und Sender in weiteren Ländern aus. Anlaß ist der 80. Gründungstag des Opus Dei am 2. Oktober, denn der besagte Heilige ist Josefmaria Escrivá. Der Zeichentrickfilm wurde von der italienischen Mondo TV in Nordkorea hergestellt, das Drehbuch stammt von Francesco Arlanch. 

Die Story 

Von klein auf ist Josefmaria ein „gewöhnlicher“ Heiliger. Von Kameraden wird er gemobbt, das wirtschaftliche Fiasko des väterlichen Geschäfts trifft ihn hart. Überdies machen ihm familiäre und schulische Schicksalsschläge zu schaffen, besonders der Tod seiner drei jüngeren Schwestern. Josefmaria ist aber auch ein „außergewöhnlicher“ Heiliger. Mit zwei Jahren ist er todkrank, der Arzt gibt ihn bereits auf, aber durch das Gebet seiner Mutter zur Mutter Gottes von Torreciudad wird er „gerettet“. „Mein Sohn“, sagt ihm seine Mutter im Zeichentrickfilm, „Maria hat dich für etwas Großes auf dieser Welt gelassen, denn du warst schon mehr tot als lebendig“. Aus freiem Entschluß gibt der fünfzehnjährige Escrivá seinen Wunsch, Architekt zu werden, auf und will nun Priester werden. Zugleich erwartet die Mutter einen weiteren Sohn, der ihr im Alter eine Stütze sein wird. Josefmaria bereitet sich mittlerweile auf seine Priesterweihe vor.  

Das Leben des jungen Esels 

Es überrascht, dass nicht nur der junge Escrivá die Hauptfigur des Films ist, sondern auch seine Familie. Zwischen Vater und Mutter, auch zwischen Eltern und Kindern besteht eine herzliche Beziehung. Besonders gelungen ist die Darstellung des Vaters José und der Schwester Carmen. „An dieser spanischen Familie des frühen 20. Jahrhunderts beeindruckt wohl am meisten ihre anspruchslose, aber stets von Hoffnung und Zuversicht geprägte Atmosphäre“, meint Pippo Corigliano, der Pressesprecher des Opus Dei für Italien. In ihrem bescheidenen Alltag gewinnt alles an Wert und Bedeutung, selbst die „gewöhnlichen“ Lebensumstände. Der Trickfilm zeigt als „alter ego“ des jungen Josefmaria auch seinen vertrauten Freund, einen „burrito“, einen räudigen und störrischen jungen Esel. Alle Tage seines Lebens ist der kleine Esel sein Gefährte. Was nur wenige wissen: Der Gründer des Opus Dei hat eine regelrechte „Theologie des kleinen Esels“ entworfen: Ohne zu klagen, dreht er unermüdlich seine Runden am Schöpfrad. Und dank seiner beständigen Arbeit haben alle zu essen. Der Heilige bezeichnet sich im engsten Freundeskreis sogar selbst als „burro“, als Esel: „Wir müssen – mit der Kraft der Liebe – die so irdische Arbeit des Alltags in ein Werk Gottes verwandeln, das bis in den Himmel reicht.“