„Wie können wir Menschen eine Brücke zu Gott bauen?“

60 Jahre Arbeit des Opus Dei in Deutschland. Mitte August 1952 kamen die ersten Mitglieder des Opus Dei in Bonn an

Am 11. August 1952 kam der 30-jährige katalanische Priester Alfons Par in Bonn an. Er war vom Gründer des Opus Dei, dem hl. Josemaria Escriva, nach Deutschland geschickt worden. Zusammen mit zwei jungen Forschern, Fernando Inciarte und Jordi Cervos, sowie dem Jurist Fernando Echeverría  wollte er die Arbeit des Opus Dei in Deutschland beginnen.

Kernanliegen des Opus Dei ist die konkrete Heiligung des Alltags in Beruf und Familie. Es arbeitet mit den Ortskirchen zusammen, indem es christliche Bildung (Katechesen, Vorträge, Besinnungstage) und priesterlichen Beistand denjenigen anbietet, die ihr geistliches Leben und ihr Engagement in der Glaubensweitergabe erneuern möchten.  

Inciarte arbeitete später auf einem Lehrstuhl für Philosophie in Münster, Cervos wurde Neuropathologe in Berlin. In den 70-er Jahren war er Vizepräsident der FU Berlin. Legendär ist seine Antwort auf die Frage eines ASTA-Vertreters, was es mit seiner Mitgliedschaft im Opus Dei auf sich habe. Cervos entgegnete: „Ich will eine Basiszelle des Opus Dei in Berlin gründen.“

Das Opus Dei will tatsächlich überall bekannt machen, dass die Arbeit und die gewöhnlichen Lebensumstände Gelegenheiten sind, Gott zu begegnen, den anderen zu dienen und zur Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse beizutragen.

... und knapp 50 Jahre später (3. von links: Dr. Alfons Par)

Die internationale Personalprälatur ist eine Seelsorgeeinrichtung der katholischen Kirche, mit Bischof Javier Echevarria (Rom) an der Spitze. Weltweit gehören ihr 90.000 meist verheiratete Gläubige an sowie 2.000 Priester.

Der Sitz der Regionalleitung der Prälatur in Deutschland befindet sich in Köln. Die Mitgliederzahl liegt gegenwärtig in Deutschland bei knapp 600 bzw. gut 1.000, berücksichtigt man die aktiven Mitarbeiter ebenfalls.

Das heutige Wirken des Opus Dei in Deutschland kommentierten vor einem Monat mehrere deutsche Bischöfe. In Köln etwa sagte Weihbischof Dominikus Schwaderlapp:

„Immer häufiger ist davon die Rede, dass die Kirche missionarisch ist, es werden Wege zu einer „missionarischen Pastoral“ gesucht…. Ich bin davon überzeugt: Gerade vor diesem Hintergrund bereichert das Opus Dei die Kirche sehr. Denn die existentiellen Fragen für das Leben der Kirche  lauten: Wie können wir Menschen für Christus gewinnen? Wie können wir sie in den Stürmen dieser Zeit vor dem Ertrinken retten? Wie können wir ihnen eine Brücke zu Gott bauen? Welche Haltungen sind notwendig, um die Menschen unserer Tage für Christus zu gewinnen? Und genau diese Fragen sind es, die auch das Opus Dei existentiell berühren.

Beim Apostolat geht es immer um einzelne Menschen, einmalige Seelen. Daher kann die Antwort auch nicht in globalen Konzepten, sondern nur in konkreten persönlichen Begegnungen liegen. Der hl. Josefmaria gibt uns dazu einen kleinen, aber konkreten Hinweis. Er sagt: „Natürlichkeit, Aufrichtigkeit, Freude: Das sind unentbehrliche Voraussetzungen für einen Apostel, um Menschen anzuziehen.“ (Spur des Sämanns, 188)