Nachruf auf Jutta Burggraf

Eine Kämpfernatur, die die Freiheit in der Stärke des Glaubens zu leben verstand.

„Sie war zeitlebens eine Kämpfernatur; sie war verantwortungsbewusst, arbeitsam, zäh. Sie liebte das einfache Leben, freute sich an der Freizeit und hatte einen Sinn für alles Schöne. Sie war ihren Freundinnen eine echte Freundin.“ So hat Prälat Rafael Salvador, der Vikar der Delegation des Opus Dei in Pamplona, Spanien, Jutta Burggraf charakterisiert, die am 5. November nach schwerer, mit Gottvertrauen getragener Krankheit von uns gegangen ist.

1952 in Hildesheim geboren, folgte sie in den Wirren der 68er Jahre dem Ruf Gottes ins Opus Dei, das sie im Studentinnenheim Müngersdorf in Köln kennengelernt hatte, und wo man sie dazu einlud „zusammen in der Kapelle zu beten.“ Für sie sollte es „der Beginn einer tieferen und wirksameren Revolution sein als die damals gängige marxistische Revolution.“

Jutta Burggraf promovierte 1979 an der Universität zu Köln in Pädagogischer Psychologie und 1984 an der Universität Navarra in Pamplona in Katholischer Theologie jeweils mit Auszeichnung.

Lange Jahre verstand sie es in Bildungszentren des Opus Dei in Deutschland vor allem junge Menschen für Philosophie und Theologie zu begeistern.

1987 nahm sie als Sachberaterin an der Generalsynode der Bischöfe über „Die Berufung und Mission der Laien in Kirche und Welt“ in Rom teil.

Sieben Jahre war sie Ordentliche Professorin für Anthropologie am Internationalen Akademischen Institut in Kerkrade, Holland.

1996 erhielt sie einen Ruf auf die Professur für Ekklesiologie, insbesondere der Theologie der Schöpfung, ökumenische Theologie und feministische Theologie, an der Universität Navarra.

Sie war seit 1996 korrespondierendes Mitglied der Pontificia Accademia Mariana Internazionale (PAMI). Zudem war sie Mitglied des Wissenschaftlichen Rates des Internationalen Mariologischen Arbeitskreis Kevelaer (IMAK Kevelaer).

Jutta Burggraf war Mitherausgeberin der Zeitschrift Mariologisches.

Sie veröffentliche zahlreiche Bücher und war bei siebzig Werken Mitautorin.

Während einer Vorlesung im Jahre 1984

Doch war die akademische Laufbahn nie das Hauptziel in ihrem Leben, wie Prälat Salvador hervorhob:

„Sie wusste alles in einem weiter gespannten Horizont zu integrieren: in dem ihrer Berufung. ‚Wir sind in diese Welt gesandt für kurze Zeit um – durch Freuden, Leiden und Schmerzen hindurch – ein großes Ja zu sagen auf die Einladung zur Liebe, die Gott an uns richtet.’ Diese Worte schrieb Jutta im Epilog ihres Buches La libertad vivida con la fuerza de la fe. Es sind Worte, die sie vor allem in ihrem Leben verwirklicht hat, und das ist vor Gott das Wichtigste.“

Sie war eine Kämpferin, die in ihrem Leben die Freiheit in der Stärke des Glaubens zu verbinden verstand. In diesem Sinne und allen, die sie auch in Deutschland kannten aus dem Herzen sprechend, sagte Prälat Salvador: „Ja, wir liebten Jutta! Und wir sind traurig, dass wir uns jetzt nicht mehr an ihrem fröhlichen Gesicht, ihrer weisen und freundlichen Rede, an dem Umgang mit ihr freuen können. Aber wir glauben an die Gemeinschaft der Heiligen und die Wirksamkeit der Gebete für die Verstorbenen, und deshalb sind wir weiter mit ihr verbunden, durch die übernatürlichen Bande des Gebetes, die den Riss des Todes überdauern.“