Eine Chemieprofessorin ist seliggesprochen worden

Guadalupe Ortíz de Landázuri war eine der ersten Frauen des Opus Dei.

Am Samstag 18. Mai ist Guadalupe Ortíz de Landázuri (1916-1975) in ihrer Geburtsstadt Madrid seliggesprochen worden. Kardinal Angelo Becciu, Präfekt der Heiligsprechungs-Kongregation, hat in Vertretung von Papst Franziskus den Akt vollzogen.

Als eine der damals ganz wenigen Frauen studierte Guadalupe Ortíz im Madrid der dreissiger Jahre Chemie und unterrichtete danach dieses Fach an Mittelschulen. Mit 27 Jahren lernte sie das Opus Dei kennen. Der Gedanke der Christusnachfolge in Beruf und Alltag überzeugte sie auf Anhieb, so dass sie bald darauf um die Aufnahme in das Opus Dei bat. Sie entwickelte sich schnell zu einer frohen und initiativen Weltchristin, die aus einer grossen Glaubensfreude heraus lebte und das Vertrauen ganz unterschiedlicher Menschen gewann.

Herausragend war Guadalupes Bereitschaft, im Dienst am Nächsten neue Herausforderungen anzunehmen. Während langer Jahre stellte sie ihre wissenschaftliche Laufbahn zurück, um Aufgaben ganz anderer Art zu übernehmen. Auf Bitte des hl. Josefmaria Escrivá rief sie in Madrid und Bilbao Studentinnenhäuser ins Leben. 1950 begann sie die Arbeit des Opus Dei in Mexiko. Dort war sie an vorderster Front in verschiedenen Bildungs- und Sozialprojekten engagiert. Unter anderem errichtete sie zusammen mit einem Team mehrere Studentinnenheime, eine Schule für Landfrauen im Bundesstaat Morelos sowie eine medizinische Ambulanz.

1956 wurde sie in die Zentralleitung des Opus Dei in Rom berufen. Doch bedingt durch eine Herzerkrankung kehrte sie bald darauf nach Madrid zurück. Dort promovierte sie 1965 in ihrem Fach und wurde Professorin für Naturwissenschaften. 1968 war sie maßgeblich beteiligt an der Gründung des Madrider «Centro de Estudios e Investigación en Ciencias Domésticas» (CEICID), eines Studien- und Forschungszentrums im Hotelfachbereich.

Guadalupe Ortíz de Landázuri starb 1975 an ihrem Herzleiden im Ruf der Heiligkeit.

Anlässlich ihrer Seligsprechung wird das internationale Hilfswerk «Harambee» eine Sammlung im Geist Guadalupes durchführen. Die eingegangenen Mittel sind bestimmt für die Förderung von angehenden afrikanischen Wissenschaftlerinnen, die in akademischen Berufen besonders benachteiligt sind.

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