Carla Vassallo: "Das Opus Dei ist jeder seiner Gläubigen."

Carla Vassallo war als Mitglied des Zentralassessorats Mitarbeiterin von Bischof Echevarría in der Leitung des Opus Dei. In diesem Video, erzählt sie einige Erinnerungen aus dieser Zeit.

Erinnnerungen an Bischof Javier Echevarria

Er war ein ausgesprochen jugendlicher Mensch, mit den typischen Eigenschaften junger Leute: mit einer positiven Einstellung, einer großen Vision, einer Fähigkeit zu träumen und daran zu glauben, dass alles möglich ist.

Eine Sache, die ich in diesen Jahren, in denen ich an der Seite des Vaters arbeitete, gelernt habe, ist die Intensität, mit der er arbeitete, die Großzügigkeit, mit der er sich unermüdlich einsetzte. Er sagte häufig: „Man beginnt bei eins zu zählen“, oder „Beim Gehen muss man immer ein Bein in der Luft haben.“ Es waren ganz einfache Ideen, die dir aber dabei halfen, zum Kern eines Problems oder einer Frage vorzudringen, ohne dich in tausend andere Überlegungen zu verlieren.

Außerdem seine gute Laune: er war sehr sympathisch und man war gerne mit ihm beisammen. Er hatte die Gabe, die lustige Seite der Dinge zu sehen, und manchmal nahm er allein mit seinem Gesichtsausdruck einer Situation ihren Ernst. Man fühlte sich wohl in seiner Nähe, und er zeigte dir auch, dass er dich persönlich gut kannte. Es gibt viele Beispiele dafür...

Manchmal fragte er mich: „Kannst du mir diese Sache ins Italienische übersetzen?" oder „Kannst du mir sagen, wie man dies richtig ausspricht?“ Der Vater konnte perfekt Italienisch. Einmal bat er mich: „Übersetze diesen Text in ein schönes Palermitanisch“, und spielte dabei auf meine Heimatstadt an. Er wusste, dass mir das Freude bereiten würde.

Was wird jetzt passieren? Alles geht weiter wie bisher und alles ändert sich. Es ändert sich, weil die Abwesenheit des Vaters zu spüren ist, und vor allem für jene von uns, die so nahe mit ihm zusammengearbeitet haben. Aber alles wird weitergehen wie vorher, denn im Grunde besteht das Opus Dei in jeder einzelnen Person vom Werk, die sich in ihrem täglichen Leben darum bemüht, Augenblick für Augenblick auf den Ruf Gottes zu antworten.

Das erinnert mich daran, was der Heilige Josefmaria die ersten Jugendlichen fragte, die ihm auf dem Weg im Opus Dei folgten: „Wenn ich sterbe, wirst du das Opus Dei fortsetzen?“

Und im Grunde ist das die Frage, die er auch jetzt weiterhin jedem einzelnen von uns stellt.

Ich erinnerte mich auch daran, was der Vater sagte, wenn er jemanden wegen des Verlustes eines geliebten Menschen tröstete. Er sagte: „Du kannst jetzt mit ihm oder mit ihr ständig sprechen, denn wenn du betest und mit Gott sprichst, sprichst du im Grunde auch mit ihm oder mit ihr.“

Ich denke, dass es das ist, was wir alle jetzt mit dem Vater machen. Jetzt begleitet er uns noch persönlicher und noch beständiger.