Organisation

Wie ist das Opus Dei aufgebaut und wer gehört ihm an?

Die Personalprälatur

Seit 1982 ist das Opus Dei eine Personalprälatur – eine Rechtsform, die durch das II. Vatikanische Konzil angeregt wurde. Als Personalprälatur erfüllt das Opus Dei spezifische pastorale Aufgaben sowohl für seine Mitglieder als auch für die gesamte Kirche. Es versteht sich als eine Institution, deren apostolische Sendung vor allem von den Laien getragen wird, in Zusammenarbeit mit den in der Prälatur inkardinierten Priestern. Das Opus Dei verkündet eine Botschaft, die sich grundsätzlich an alle Getauften richtet.

Leitung und Organisationsstruktur

An der Spitze der Personalprälatur steht der Prälat – ein Priester, der von einem Wahlgremium gewählt und vom Papst ernannt wird. Der aktuelle Prälat, Fernando Ocáriz, übernahm 2017 diese Aufgabe von Javier Echevarría, der, wie bereits sein Vorgänger Alvaro del Portillo, als Prälat zusätzlich vom Papst die Bischofsweihe erhielt.

Der Prälat übt die Leitung aus mit Hilfe von zwei beratenden Gremien, eines für Frauen und eines für Männer. Beide Gremien bestehen (auch der Männer mehrheitlich) aus Laien. In den einzelnen Regionen, die geografisch meist mehrere Länder umfassen, wird der Prälat von einem Regionalvikar vertreten. Auch diesem stehen zwei beratende Gremien zur Seite.

Wie wird das Opus Dei konkret geleitet?

Die Mitglieder

Alle Mitglieder leben die gleiche geistliche und apostolische Berufung im Geist des Opus Dei.

Die Berufung zum Opus Dei kann auf verschiedene Weisen gelebt werden. Die Entscheidung über die Form der Mitgliedschaft richtet sich nach den individuellen Lebensumständen.

Die Supernumerarier und Supernumerarierinnen bilden die Mehrheit der Mitglieder (etwa 73 Prozent). Sie sind größtenteils verheiratet und die christliche Gestaltung ihrer familiären Aufgaben bildet einen zentralen Bestandteil ihres Lebens.

Die Assoziierten leben als Zölibatäre entweder bei Angehörigen ihrer Herkunftsfamilie oder dort, wo es ihren beruflichen und privaten Umständen am besten entspricht.

Numerarier und Numerarierinnen wohnen in der Regel in einem Zentrum des Opus Die und leben zölibatär. Aufgrund ihrer Lebensumstände widmen sie sich neben ihrem Beruf der Betreuung apostolischer Aufgaben sowie der Bildung anderer Mitglieder.

Einige Numerarierinnen, die Auxiliar-Numerarierinnen, übernehmen beruflich die hauswirtschaftliche Betreuung dieser Zentren. Ihre Arbeit schafft eine Atmosphäre, die das seelsorgerische Wirken des Opus Dei in einem familiären Umfeld ermöglicht.

Die Priester der Prälatur stammen aus den Reihen der Laienmitglieder (Numerarier und Assoziierte). Voraussetzung für die Weihe ist eine Einladung des Prälaten sowie eine mindestens neunjährige Zugehörigkeit zur Prälatur und der Abschluss der kirchlichen Studien. Ihre erste Aufgabe ist die seelsorgliche Betreuung der anderen Mitglieder der Prälatur. Außerdem stehen sie auch allen Menschen zu Seite, die vom Angebot der Prälatur Gebrauch machen möchten. Darüber hinaus unterstützen sie in vielfältiger Form die Pastoral der Diözesen.

Die Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz

Diözesanpriester können sich der Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz anschließen, wenn sie den Ruf Gottes dazu verspüren. Im Geist des Opus Dei üben sie ihr Amt im Gehorsam gegenüber dem eigenen Diözesanbischof aus. Die Hilfe, die die Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz vermittelt, bezweckt die Förderung des geistlichen Lebens der Mitglieder. Sie sollen zur Treue in der Erfüllung ihrer priesterlichen Pflichten angespornt und dazu ermuntert werden, die Einheit mit dem eigenen Bischof zu wahren und die Brüderlichkeit mit den anderen Priestern zu pflegen.



Aufnahme und Eingliederung in das Opus Dei

Grundsätzlich kann jeder getaufte Katholik Mitglied des Opus Dei werden. Der Weg ins Opus Dei umfasst mehrere Phasen:

  1. Initialphase: Interessierte lernen das Opus Dei durch Freundschaft und pastorale Angebote kennen.
  2. Klärungsgespräch: Ein Gespräch mit einem erfahrenen Mitglied dient der Orientierung.
  3. Bitte um Aufnahme:
    • Die Bitte erfolgt schriftlich an den Prälaten des Opus Dei.
    • Über das Gesuch wird seitens der Opus Dei individuell entschieden.
    • Mit der Bitte beginnt eine Phase der umfassenden Einführung in den christlichen Glauben und den Geist des Werkes.
  4. Aufnahme
    • Nach sechs Monaten wird die Bitte um Aufnahme frühestens gewährt.
    • Nach weiteren zwölf Monaten erfolgt die Eingliederung in das Opus Dei.
    • Das Mindestalter bei der befristeten Aufnahme beträgt 18 Jahre.
    • Ab dann muss die Mitgliedschaft jährlich erneuert werden.
    • Eine unbefristete Aufnahme ist frühestens nach fünfmaliger jährlicher Erneuerung der Mitgliedschaft möglich.


Die Mitarbeiter des Opus Dei

Die Mitarbeiter sind Frauen und Männer, welche die Arbeit des Opus Dei in verschiedener Weise fördern. Sie wirken aktiv an deren Sozial- und Bildungsinitiativen mit, ohne Mitglieder der Prälatur zu sein. Sie unterstützen diese Projekte durch Gebet, aktive Mitarbeit oder finanzielle Beiträge. Die Mitarbeiter stammen oft aus dem Freundes-, Kollegen- oder Nachbarschaftskreis von Mitgliedern des Opus Dei. Andere kommen durch ihre Verehrung des hl. Josefmaria oder durch Interesse an den Bildungs- und Sozialprojekten des Opus Dei mit der Prälatur in Kontakt.

Ihre Ernennung erfolgt auf Vorschlag eines Mitglieds des Opus Dei. Sie können Katholiken, Christen anderer Konfessionen, Angehörige nichtchristlicher Religionen wie auch Menschen ohne religiösen Glauben sein. Sie alle verbindet ihr Engagement für Initiativen des Opus Dei zum Wohl der Gesellschaft.

Auch ganze Ordensgemeinschaften können zu Mitarbeitern ernannt werden. Gegenwärtig beten etwa 500 solcher Gemeinschaften täglich für das Opus Dei und unterstützen auf diese Weise sein Apostolat auf der ganzen Welt.

Weitere Informationen finden Sie hier.