Eine Schar Mädels im Girls Club Zug

In der Zentralschweiz bietet eine Mutter Töchtern und Co ein gemeinsames Programm und religiöse Bildung. Hier gibt es Infos dazu.

Wir haben Clubinitiatorin Marta Iten und ihre rechte Hand Katharina Amann interviewt.

Marta und Katharina, ihr seid die Co-Leiterinnen und Gründerinnen des Girls Clubs in Zug. Könnt ihr euch kurz vorstellen?

Marta: Ich bin Spanierin, von Beruf Juristin, verheiratet und Mutter von drei Kindern im Alter von 12, 10 und 8 Jahren. Mein Mann ist Schweizer, und wir leben seit fast 13 Jahren im Kanton Zug. Schon immer habe ich gerne mit und für Familien gearbeitet. Seit drei Jahren leite ich den Girls Club Zug, ein Projekt, das zwar nicht neu, aber sehr wichtig ist. Solche Aktivitäten gehören zur Tradition des Opus Dei, und ich selbst war viele Jahre als Kind im Club. Im Club können die Mädchen Freundschaften schliessen, im Glauben wachsen, sich persönlich weiterentwickeln und dabei viel Spass haben – alles in einer familiären und vertrauensvollen Atmosphäre.

Kathi: Ich bin Katharina, 26 Jahre alt, und mit Herzblut Lehrerin. Ursprünglich komme ich aus dem Aargau, heute lebe und arbeite ich in Zürich. Dort bin ich Klassenlehrerin einer ersten Klasse und begleite die Kinder auf ihren ersten Schritten in der Schulzeit.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen Girls Club zu gründen?

Marta: Wie ich schon erwähnt habe, war ich selbst als Kind im Club und wollte, dass meine Tochter ähnliche Erfahrungen machen kann. Besonders wichtig war mir die katholische Glaubensbildung. Obwohl wir den Glauben zu Hause leben, wollte ich, dass sie den Katechismus vertieft kennenlernt. Diese Bildung war für mein eigenes geistliches Leben sehr wichtig und hat mir geholfen, Jesus und die Sakramente besser kennenzulernen und zu lieben. In Zürich gab es bereits ein ähnliches Angebot, aber keine Mädchen im Alter meiner Tochter, und der Weg war sehr weit. Deshalb begann ich, meine Tochter und andere Mädchen aus der Region Zug dorthin mitzunehmen. Irgendwann entstand ganz natürlich die Idee, einen Club in Zug zu gründen. Zwei Jahre lang trafen wir uns bei mir zu Hause. Wir wollten etwas Einfaches, aber Attraktives schaffen, wo sich die Mädchen wohlfühlen und gerne kommen. Am Anfang waren es fünf oder sechs Mädchen unterschiedlichen Alters. Mit der Zeit wuchs das Vertrauen, wir lernten die Bedürfnisse der Mädchen besser kennen und entwickelten die Aktivitäten weiter. Schritt für Schritt entstand daraus der Club, den wir heute haben.

Kathi: Die Idee für einen Girls Club hat mich sofort begeistert, weil ich selbst in einem ähnlichen Mädchenclub in Zürich gross geworden bin. Ich denke noch heute sehr gerne an diese Zeit zurück. Die abwechslungsreichen Aktivitäten, die Freundschaften, die bis heute bestehen, und die unvergesslichen Lager haben mich geprägt und waren ein wichtiger Teil meiner Kindheit und Jugend. Mit 16 Jahren durfte ich dort meine erste Katechese-Gruppe leiten und zum ersten Mal Verantwortung übernehmen. Mit der Zeit kamen weitere Aufgaben dazu, bis ich schliesslich als Leiterin meine eigene Gruppe begleiten durfte. Als der neue Girls Club in Zug gegründet wurde, war die Nachfrage so gross, dass Marta mich dafür gewinnen konnte, das Leitungsteam zu unterstützen. Für mich war sofort klar, dass ich diese Chance nutzen wollte, um auch anderen Mädchen solche wertvollen Erlebnisse und Gemeinschaft zu ermöglichen.

Wie ist der Aufbau jeder Tätigkeit?

Marta: Normalerweise beginnen wir mit einem altersgerechten Input zum katholischen Glauben, einem Besuch in der Kapelle und einem eucharistischen Segen durch einen Priester. Das hat für uns einen grossen Wert. Die Begegnung mit Jesus in der Eucharistie ausserhalb der Sonntagsmesse eröffnet den Mädchen eine besondere Dimension des Glaubens. Anschliessend folgt die Hauptaktivität des Tages: Basteln, Sport, Theater, Spiele, Kochen, ein Ausflug oder eine andere besondere Aktivität. Danach essen wir gemeinsam ein Zvieri. Gelegentlich machen wir Ausflüge, zum Beispiel zum Schlittschuhlaufen, Trampolinspringen, Schwimmen oder Schlitteln. Wir haben sogar schon eine Hostienbäckerei besucht. Besonders beliebt sind aber Bastelarbeiten. Wir haben Schlüsselanhänger, Ohrringe, bedruckte Taschen und Kreuze für die Kinderzimmer gestaltet, die vom Priester gesegnet wurden.

Seit September 2025 findet der Club nicht mehr bei mir zu Hause statt. Wir haben mit Maria Opferung einen viel passenderen Ort gefunden. Dort gibt es ein schönes Kafi für unsere Aktivitäten, Zugang zur Kapelle und regelmässig die Möglichkeit, einen Priester für den Segen und Beichte einzuladen. Dafür sind wir sehr dankbar.

Was ist euch besonders wichtig?

Kathi: Neben der Glaubensbildung, die für mich persönlich einen grossen Wert hat, ist uns besonders wichtig, dass sich jedes Mädchen geliebt, wertgeschätzt und begleitet fühlt. Die Mädchen sollen lernen, gute Freundschaften zu pflegen, an andere zu denken, menschliche Tugenden zu entwickeln und Gott als Teil ihres Alltags zu entdecken. Natürlich möchten wir auch, dass sie viel Freude haben und den Club als einen Ort in Erinnerung behalten, an dem sie immer willkommen sind.

Wer unterstützt euch bei den Tätigkeiten? Könnt ihr noch Hilfe brauchen?

Marta: Wir haben das Glück, von mehreren Müttern, jungen Frauen und Priestern unterstützt zu werden. In diesem Jahr hat eine Mutter die Erstkommunionvorbereitung der Mädchen übernommen, was ein grosser Erfolg war. Dank dieser Unterstützung können wir sehr vielfältige Aktivitäten anbieten. Wir freuen uns immer über neue Helferinnen und Helfer sowie über neue Ideen.

Wie viele Mädchen kommen und wie haben sie vom Club erfahren?

Kathi: Zurzeit nehmen mehr als fünfzehn Mädchen teil, wobei die Zahl je nach Anlass etwas variiert. Die meisten Mädchen sind durch Freundinnen, bekannte Familien oder persönliche Empfehlungen zum Club gekommen. Der Club ist vor allem durch Mundpropaganda gewachsen.

Wer kann neu zu diesem Club hinzukommen?

Marta: Alle Mädchen zwischen 6 und 15 Jahren sind herzlich willkommen. Man braucht nur Freude am Mitmachen, am gemeinsamen Erleben und an der Zeit mit anderen Mädchen.

Ein Wort zum Abschluss:

Kathi: Wir leben in einer Gesellschaft, in der Mädchen viele unterschiedliche Botschaften darüber erhalten, wer sie sein sollen. Unser Wunsch ist es, ihnen zu helfen, mit Selbstvertrauen, Freude und christlichen Werten aufzuwachsen, umgeben von guten Freundschaften und im Bewusstsein, dass sie von Gott geliebt sind.

Girls Club Zug

Wann: Jeden 2. Samstag, 14-17 Uhr Maria Opferung, Klosterstrasse 2,· 6300 Zug

Wer: Mädchen von 6-15 Jahren

Was: Input christlicher Glaube, Basteln, Sport, Theater, Ausflüge, Lager

Wo: Maria Opferung, Klosterstrasse 2,· 6300 Zug

Ablauf: Input christlicher Glaube, Segen mit dem Priester, Tätigkeit, Zvieri

Daten:

Kosten: 75.-CHF pro Semester

Interesse?

Marta Iten, Tel. 079 137 48 40

Katharina Amann, Tel. 078 343 55 62