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Thema 27. Das Wirken des Heiligen Geistes: die Gnade, die göttlichen Tugenden und die Gebote

Das christliche Leben ist das Leben des Menschen als Kind Gottes in Christus durch den Heiligen Geist. Das Wirken des Heiligen Geistes in der Seele des Christen gewährt die heiligmachende Gnade, die göttlichen Tugenden, Eingebungen und helfende Gnaden, und es äußert sich spezifisch in den von der Kirche so genannten Gaben des Heiligen Geistes. Der Dekalog formuliert schwere Pflichten, ist aber auch und vor allem Unterweisung für das rechte Leben.

Glaubenslehre

Thema 28. Das erste und zweite Gebot

Das erste Gebot des Dekalogs hat eine existenzielle Bedeutung: Es ist das einzige mögliche Fundament, um ein menschliches Leben gelingen zu lassen. Der höchste Grund der menschlichen Würde besteht in der Berufung des Menschen zur Gemeinschaft mit Gott. Die Liebe zu Gott muss die Liebe zu jenen umfassen, die Gott liebt. Das zweite Gebot verbietet jeden unangebrachten Gebrauch des Namens Gottes, besonders die Blasphemie (Gotteslästerung).

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Thema 29. Das dritte Gebot

Der Mensch ist berufen, an der schöpferischen Macht Gottes teilzuhaben, indem er die Welt durch seine Arbeit vervollkommnet. Er muss am siebten Tag die Arbeit ruhen lassen, um sich dem Gottesdienst und der Erholung zu widmen. Der Sonntag wird hauptsächlich durch die Teilnahme an der heiligen Messe geheiligt, Die Kirche hat diese Verpflichtung eingeführt, damit ihren Gläubigen die Nahrung nicht fehlt, die sie unbedingt brauchen, um als Kinder Gottes leben zu können.

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Thema 30. Das vierte Gebot. Die Familie

Das vierte Gebot bildet die Verbindung und den Übergang von den ersten drei Geboten zu den folgenden sechs. In den familiären Beziehungen setzt sich gleichsam das geheimnisvolle In- und Miteinander der göttlichen und der menschlichen Liebe fort, das am Ursprung jeder Person steht. Es ist Verantwortung der Eltern, ein Zuhause zu schaffen, einen familiären Raum, wo Liebe, Vergebung, Hochachtung, Treue und selbstloser Dienst gelebt werden kann.

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Thema 31. Das fünfte Gebot

Niemand darf sich, unter keinen Umständen, das Recht anmaßen, auf direkte Weise ein unschuldiges menschliches Wesen zu töten. Das fünfte Gebot verbietet auch, sich selbst oder den Nächsten körperlich zu schlagen, zu verletzen oder einen ungerechten Schaden zuzufügen, sei es selber oder durch andere; sowie ihn durch beleidigende Worte zu schädigen oder ihm übel zu wollen. Was Abtreibung und Euthanasie betrifft, muss die Achtung des Lebens als Grenze anerkannt werden, die keine individuelle oder staatliche Ha

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Thema 32. Das sechste Gebot

Die Sexualität betrifft den Intimbereich der menschlichen Person. Die wahre Erziehung zur Keuschheit begnügt sich nicht damit, über einige biologische Aspekte zu informieren, sondern hilft, über die personalen und moralischen Werte nachzudenken, die in den affektiven Beziehungen zu anderen im Spiel sind. Die Sünden gegen das sechste Gebot sind ein Versuch, Ersatz zu schaffen für das Fehlen wahrer Liebe, die das Herz ersehnt.

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Thema 33. Das siebte und achte Gebot

Der Christ bemüht sich, die Güter dieser Welt auf Gott und die brüderliche Liebe hinzuordnen. Wichtig sind dabei sowohl die Maßhaltung bei ihrem Gebrauch und Besitz als auch die Gerechtigkeit, die die Rechte des Nächsten achtet. Diesen beiden Tugenden ist die Solidarität hinzuzufügen. Das achte Gebot verbietet es, die Wahrheit in den Beziehungen zum Nächsten zu verfälschen. Die Christen haben die Pflicht, Zeugnis abzulegen von der Wahrheit, die Christus ist, und ihn vor den Menschen zu bekennen.

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Thema 34. Das neunte und zehnte Gebot

Das neunte und zehnte Gebot beziehen sich auf die inneren Akte, die den Sünden gegen das sechste und siebte Gebot entsprechen. Die inneren Sünden können das Gewissen verformen. Der Kampf gegen die inneren Sünden ist ein Teil der christlichen Strebens, mit ganzem Herzen, mit ganzem Gemüt und mit allen Kräften zu lieben. Reinheit des Herzens bedeutet, auf heilige Weise zu fühlen.

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Thema 35. Das Gebet im christlichen Leben

Der Inhalt des Gebets kann vielfältig und verschieden sein. Das Bittgebet ist Teil der allgemeinen religiösen Erfahrung. Die Erfahrung der empfangenen Güter spornt an, den Geist Gott zuzuwenden. Auch die Anerkennung und Bekundung der Größe Gottes ist wesentlicher Teil des Gebetes. Der Katechismus unterscheidet das mündliche Gebet, die Betrachtung und das kontemplative Gebet. Diese drei Formen haben ein grundlegendes gemeinsames Merkmal: die Sammlung des Herzens.

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Thema 36. Das Gebet des Vaterunser

Mit dem Gebet des Vaterunser will Jesus seinen Jüngern bewusst machen, dass sie Kinder Gottes sind. Eine wichtige Folge dieses Bewusstseins der Gotteskindschaft ist das Vertrauen und das kindliche Sich-den-Händen-Gottes-Überantworten. Das Vaterunser ist Vorbild für jedes Gebet. In ihm erbitten wir, was wir in rechter Weise wünschen können, und wir erbitten es gemäß der Ordnung, in der wir es wünschen sollen.

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