Er ist der Mann, der Opus Dei in Deutschland aufbaute

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Dr. Alfonso Par fühlt sich gut am Freitag. In der Früh hält er wie immer seine Messe, nimmt sich Zeit für die Meditationen. Mit seinen 79 Jahren arbeitet er noch immer als Seelsorger in der radikalen und umstrittenen katholischen Glaubensgemeinschaft Opus Dei.

Der Prälat freut sich auf seine Radltour. Einmal pro Woche schlüpft er in Trikot und Radlhose, setzt seinen Helm auf, steckt nur Pass und Rosenkranz ein. Zwei Stunden Training. Meist nach Grünwald oder Unterföhring. Um 10.45 Uhr verlässt er mit seinem Peugeot-Rennrad das Opus-Dei-Bildungszentrum in der Pienzenauerstraße an der Isar. Um 12.45 Uhr will er pünktlich zum Mittagessen zurück sein. Der Priester ist gegen 11.30 Uhr auf dem Etzweg in Unterföhring unterwegs. Doch plötzlich bricht Alfonso Par auf seinem Rad zusammen, bleibt leblos auf dem Asphalt liegen. Zwei Spaziergängerinnen finden den Geistlichen und alarmieren den Rettungsdienst. Der Notarzt kann nur noch den Tod des herzkranken Mannes feststellen.

Alfonso Par fand während seines Bauingenieur-Studiums in Barcelona zu den Gotteswerkern, kam 1952 nach Deutschland, um zunächst im Rheinland als Regionalvikar zu arbeiten. "Er war dort und später in München der Oberpionier", so Dr. Josef Dohrenbusch, Leiter des Opus-Dei-Bildungszentrums Weidenau in der Pienzenauerstraße.

Bis zu seinem Tod hat Dr. Alfonso Par als Seelsorger in der Erwachsenenbildung gearbeitet, war in verschiedenen Einrichtungen in Bayern unterwegs. Er liebte den Sport, war leidenschaftlicher Tennis-Spieler und Skifahrer. Und er hatte Humor. Noch am Mittwoch sagte der 79-Jährige: "Man muss bei allem den Humor bewahren." Dr. Dohrenbusch: "Es passt zu ihm, dass er im Sattel gestorben ist."

Dr. Alfonso Par wird in Köln beerdigt. In München soll Ende November ein Requiem stattfinden, vermutlich in der Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt, in der der Seelsorger viele Jahre Beichtvater war.

  • Julitta Ammerschläger/ Doris Schwarz. TZ München