Johannes B. Torelló am 15. August 2011 gestorben

Der ehemalige Regionalvikar des Opus Dei in Österreich und langjährige Rektor der Wiener Peterskirche starb im Alter von 90 Jahren in Wien.

Wien, 15.08.2011. Prälat Johannes B. Torelló, langjähriger Regionalvikar des Opus Dei in Österreich und früherer Rektor der Wiener Peterskirche verstarb in den Morgenstunden des Festes Maria Himmelfahrt in Wien. Torelló verschied friedlich im hohen Alter von 90 Jahren, versehen mit den Sterbesakramenten. Er starb in seinem langjährigen Wohnsitz, dem ehemaligen Pfarrhaus der Rektoratskirche St. Peter. Für den weiten Freundes- und Bekanntenkreis, den sich Torelló durch sein pastorales Wirken erwarb, wird die Aufbahrung und Seelenmesse in der Wiener Peterskirche Gelegenheit zur Verabschiedung sein.

Torelló war 1964 auf Initiative des Gründers des Opus Dei, des Heiligen Josefmaria Escrivá, nach Österreich gekommen. Kardinal Franz König schätzte Torelló sehr als Theologen und Ratgeber. Torelló war auch befreundet mit Helmut Zilk, mit dem Gründer der Logotherapie, Viktor Frankl, und mit Caritas-Präsident Leopold Ungar. Bald wurde er Regionalvikar des Opus Dei in Österreich. Als Kardinal König den Priestern des Opus Dei die Seelsorge in St. Peter anvertraute, konnte Torelló an die Tradition einer intensiven Stadtseelsorge anknüpfen.

Mit Besuch, Dezember 2010

Der Priester aus Katalonien wurde zunächst Pfarrmoderator und Kirchenrektor bis 1995. Die Verkündigung der allgemeinen Berufung zur Heiligkeit wurde zum Kennzeichen seiner seelsorglichen Arbeit. In Wien wurde Torelló schnell als guter Seelsorger und unermüdlicher Prediger bekannt. 1995 übergab er die Leitung der Rektoratskirche St. Peter seinem Nachfolger, Werner Litzka, war aber weiterhin seelsorglich tätig. Altersbedingt musste er sich nach und nach zurückziehen.

Geboren wurde Torelló 1920 in Barcelona als drittes von fünf Kindern, seine beiden Brüder wurden Priester im Jesuitenorden, seine ältere Schwester heiratete und wurde Mutter von neun Kindern, seine jüngere Schwester ist gegenwärtig die Priorin im Kloster Santa Maria de Pedralbes der unbeschuhten Karmelitinnen in Barcelona. Er beendete die Mittelschule während des spanischen Bürgerkrieges und begann danach das Medizinstudium in seiner Heimatstadt. 1941 lernte er den Gründer des Opus Dei kennen, wurde von dessen Grundinspiration (Nachfolge Christi mitten in der Welt) angezogen und bat um die Aufnahme in das Werk. 1948 wurde Torelló zum Priester geweiht. Danach sandte ihn Josefmaria Escrivá nach Rom. Ende 1949 kam er als junger Priester nach Sizilien, um dort mit der apostolischen Arbeit des Opus Dei zu beginnen. Nach sechs Jahren in Sizilien begann er 1956 mit der seelsorglichen Arbeit des Opus Dei in der Schweiz. 1958 übertrug ihm der Gründer des Opus Dei die Verantwortung für die Arbeit des Werkes in ganz Italien.

Weihnachten 2010

Prälat Torelló war nicht nur Seelsorger, sondern auch Psychiater und Theologe. Er publizierte, verfasste Artikel und Bücher, wie z. B. "Psychoanalyse und Beichte", "Zur Spiritualität der Laien" und "Von Gott zuerst geliebt". Torelló war zuguterletzt auch Dichter: Seine katalanischen Gedichte wurden in die erste katalanische Anthologie aufgenommen, die drei Jahre nach der Demokratisierung des Landes veröffentlicht werden konnte.