Wer ein Ziel erreichen will, sollte sich bewegen – körperlich, menschlich und geistlich. Dazu boten die Sommerfreizeiten der Jungen- und Mädchenclubs in der DACH-Region auch heuer reichlich Gelegenheit. Auf dem Programm standen sportliche Herausforderungen, gemeinschaftliche Erlebnisse und geistliche Stärkung.
Mit dem Rad von Salzburg an den Bodensee
Sechzehn Tage dauerte die Radtour des Bonner Jugendclubs Linie 15 für Schüler ab 14 Jahren von Salzburg entlang der Deutschen Alpenstraße bis an den Bodensee. Auf ausdrücklichen Wunsch der Radler fuhr kein Begleitfahrzeug mit. Auch für die Verpflegung wurde selbst gesorgt. Jeden Tag war ein anderer für die Mahlzeiten verantwortlich. Die Jugendlichen übernahmen Verantwortung von den ersten Vorbereitungstreffen im Januar bis zur Tagesleitung auf der Tour. Zu Beginn stand ein Höhepunkt: Beim Abendessen für Obdachlose im Haus Franziskus der „young caritas“ in Salzburg halfen die Radler bei Vorbereitung und Ausgabe und aßen anschließend mit den Gästen.
Unterwegs hielt jeder ein Referat zu einem Thema, das ihm persönlich geholfen hatte, etwa zur Testvorbereitung, zur Macht des Gebets, zu wichtigen Beziehungen im Leben, zu Tontechnik oder lateinamerikanischer Musik. In Workshops zur Charakterbildung beschäftigte sich die Gruppe mit dem US-Bestseller „7 Habits of Highly Effective Teens“. Den Abschluss bildete eine Woche in einem Haus am Bodensee mit Kanu- und Bergtouren. „Ich habe schon viele Clubfahrten mitgemacht, aber dieses kleine Team war echt stark: Wir haben alles gemeinsam erlebt, große Ideale geteilt und sehr viel Spaß gehabt“, sagt Paul. Für 2027 hat die Vorbereitung der nächsten Tour bereits begonnen: Mit dem eigenen Fahrrad geht es dann von Lourdes über die Pyrenäen nach Torreciudad.
Sommercamp für 9-13-jährige am Traunsee in Oberösterreich
Beim Sommercamp des Wiener Clubs Delphin kamen 52 Jungen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zusammen. Neben den Wienern und Niederösterreichern waren Partnerclubs aus Zürich, der Steiermark und Kärnten, Tirol und Vorarlberg, Salzburg und Oberösterreich sowie aus Köln dabei. Eine Woche lang war das KISI-Haus am Traunsee ihr Zuhause. In sechs Teams sammelten die Burschen bei Spielen und Aufgaben gemäß dem Herrn-der-Ringe-Setting „Mittelerde-Dollars“. Auf dem Programm standen Fußball, Völkerball, Bogenschießen, Go-Kart, eine große Olympiade und Geländespiele wie „Flucht aus Alcatraz“, dazu Abkühlung im See und eine Wanderung zur Hochsteinalm.

Das Zentrum der Aktivitäten bildeten gleichwohl Gemeinschaft und persönliche Entwicklung. In Kleingruppen ging es um Freundschaft, emotionale Reife, Eigenverantwortung und was es bedeutet, Gott im Alltag nachzufolgen. Die tägliche Heilige Messe, Gebetszeiten und die Möglichkeit zur Beichte begleiteten die Woche. Als wegen der Trockenheit das Wasser im Haus ausging, halfen mehr als 120 zusätzlich gekaufte Flaschen und die Feuerwehr, die Teilnehmer ausreichend zu versorgen. Den Abschluss bildeten eine Show der sechs Gruppen und die Siegerehrung. Das nächste Lager ist für Sommer 2027 geplant.
Juniors-Woche in Italien
Vom 10. bis 16. August waren 18 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren aus Graz, Wien und Salzburg in der Toskana, betreut von einem sechsköpfigen Leiterteam. Die Gruppe wohnte in einem Haus, dessen ältester Teil rund 1.000 Jahre alt ist und das früher ein Kloster war: Zur Ausstattung gehörten Hauskapelle, Pool, Tischtennistisch und Grillplatz. Man versorgte sich selbst: Unter Leitung eines erfahrenen Kochs halfen drei Teams beim Vorbereiten und Abwaschen. Arbeitsverweigerung: Fehlanzeige.

Neben Messe, Rosenkranz und Workshops zu Taufberufung und Heiliger Schrift gab es Ausflüge. In Florenz besuchte die Gruppe die Basilika Santa Croce, die David-Statue und den Dom. Wegen der Hitze ging es an den Strand bei Pesaro. Anlässlich des 800. Todestags des heiligen Franziskus fuhr die Gruppe nach La Verna. Am Samstag spielten zwei Betreuer bei einem kleinen Konzert Klavier, danach gab es ein Grillfest mit dem Gastwirt und seiner Familie. Im Nachgang meldeten sich die Eltern begeistert: „Ein toller Mix für die Gemeinschaft aus Spaß, Sport, Glaube und Kultur“, schrieb der Vater eines Teilnehmers.
„Bajo las estrellas“: Mädchenreise nach Spanien
Unter dem Motto „Bajo las estrellas“ (Unter den Sternen) reisten 18 Schülerinnen zwischen 14 und 16 Jahren nach Spanien. Der Besuch der Sagrada Familia in Barcelona öffnete vielen die Augen. „Seit der Sagrada Familia sehe ich plötzlich viel mehr Architektur als davor“, sagt Mary, die ihre eigene Veränderung zurück in Wien beim Betreten des Stephansdoms bemerkte. Weiteres Ziel war der Marienwallfahrtsort Torreciudad, den die Mädchen als „Tankstelle für die Seele“ erlebten. Die Gegend ist für ihren Sternenhimmel bekannt, mit Blick auf die Milchstraße und zahlreiche Sternschnuppen. In täglichen Workshops ging es um Identität, um Wunden und deren Heilung, um Schönheit und darum, ein Geschenk zu sein.

Zusammenhalt hatten die Mädchen zuvor im Schlauchboot auf den wilden Gewässern der Pyrenäen geübt. Selbst ein kurzzeitiger Kopfläusebefall konnte die Stimmung nicht trüben. „Es hat sich wieder einmal mehr als gelohnt, dabei gewesen zu sein“, sagt Magdalena. Cäcilia nennt es sogar „das beste Clublager, das wir je hatten“. Anna bringt auf den Punkt, was viele antreibt: „Ich mag die Gemeinschaft so sehr. Das Ziel ist zudem sehr anziehend: näher zu Gott kommen.“
