Das Seligsprechungsverfahren für Tomás Alvira und Paquita Domínguez, eines der ersten Ehepaare von Supernumerariern des Opus Dei, schreitet voran. Am 6. Juli wurde die „Positio“ – die umfassende Dokumentation über ihr Leben und ihre Tugenden – dem Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse zur weiteren Prüfung übergeben. Postulator Pater Francesco Russo (li) and Relator Msgr. Melchor Sánchez de Toca (re) mit den Zeugnissen zu Tomás und Paquita.
Am 6. Juli 2026 reichte der Postulator des Seligsprechungsverfahrens die „Positio“ für Tomás Alvira (1906–1992) und seine Frau Francisca „Paquita“ Domínguez Susín (1912–1994) beim Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse ein. Die Dokumentation gibt Einblick in ihr Leben, ihre gelebten Tugenden und ihren Ruf der Heiligkeit und bildet die Grundlage für die nächste Phase des Verfahrens.
Die „Positio“ umfasst zwei Bände mit jeweils rund 800 Seiten. Sie wurden vom Postulator, Pater Francesco Russo, unter der Leitung des vom Dikasterium bestellten Relators, Msgr. Melchor Sánchez de Toca, erarbeitet. Grundlage sind die Zeugnisse und Dokumente aus den diözesanen Untersuchungen, die 2014 abgeschlossen wurden.

Obwohl beide Verfahren nach der üblichen Praxis zunächst getrennt geführt wurden, hat das Dikasterium entschieden, die „Positiones“ gemeinsam zu prüfen, da es sich um ein Ehepaar handelt. Zunächst befassen sich die theologischen Konsultoren mit den Unterlagen. Fällt ihr Urteil positiv aus, folgen die Beratungen der Kardinäle und Bischöfe des Dikasteriums. Anschließend wird das Ergebnis dem Papst vorgelegt, der über die Anerkennung des heroischen Tugendgrades und damit über die Erklärung des Ehepaars zu „Ehrwürdigen Dienern Gottes“ entscheidet.
Wer waren Tomás Alvira und Paquita Domínguez?
Tomás Alvira (1906–1992) wurde in Villanueva de Gállego (Zaragoza) geboren. Der promovierte Chemiker war Forscher am spanischen Forschungsrat (CSIC) und Gymnasiallehrer in Madrid. Seine Frau Francisca „Paquita“ Domínguez Susín (1912–1994) stammte aus Borau (Huesca) und war Grundschullehrerin. Das Ehepaar heiratete 1939 in Zaragoza und hatte neun Kinder; ihr ältester Sohn José María starb im Alter von fünf Jahren.
Als zwei der ersten Supernumerarier des Opus Dei bemühten sich Tomás und Paquita darum, ihren Glauben im Familien- und Berufsleben konsequent zu leben. Tomás verband wissenschaftliche Genauigkeit mit großer menschlicher Nähe und Einfachheit. Paquita zeichnete sich durch ihre Treue, ihren Dienst an der Familie und ihre Hingabe im Alltag aus. Gemeinsam verstanden sie ihre Ehe als Weg der Heiligkeit und des Dienstes an Gott und den Menschen.
Vertiefende Leseempfehlung: „Weltkirche: Selige und heilige Ehepaare“ – Eine ausführliche Erörterung über heilige Ehepaare in der Kirche, verfasst 2022 von Prälat Prof. Dr. Helmut Moll, Priester und Historiker, Experte für katholische Hagiographie.
