Hl. Josefmariageistlicher Impuls für den Tag

“Vergiß nicht den Feigenbaum, der verflucht wurde.“

Nutze mir die Zeit aus. - Vergiß nicht den Feigenbaum, der verflucht wurde. Er tat schon etwas: Blätter treiben. Wie du... Komm mir nicht mit Entschuldigungen. - Es half dem Feigenbaum nichts, erzählt der Evangelist, daß nicht die Zeit der Feigen war, als der Herr sie pflücken wollte. Er blieb unfruchtbar für immer. (Der Weg 354)

Wir wenden uns wieder dem Evangelium zu und hören den Bericht des Matthäus im einundzwanzigsten Kapitel. Als Jesus früh morgens in die Stadt zurückkehrte, hungerte Ihn. Da sah Er am Wege einen Feigenbaum. Er ging auf ihn zu (Mt 21,18-19). Welche Freude, Herr, Dich hier als einen Menschen zu gewahren, der Hunger hat, so wie Du am Brunnen von Sichar durstig warst (Vgl. Joh 4,7).

Wie leicht machst Du es uns, Herr, Dich zu verstehen! Wie leicht machst Du es uns, Dich zu lieben! Du zeigst Dich wie einer von uns, die Sünde ausgenommen, damit es uns wirklich greifbar deutlich wird, daß wir mit Dir zusammen unsere bösen Neigungen und unsere Schuld überwinden können. Weder Müdigkeit noch Hunger, noch Durst, noch Tränen machen etwas aus... Denn auch Christus war müde und hungrig und durstig, und auch Er weinte. Was zählt, ist der Kampf, um den Willen des Vaters zu erfüllen, der im Himmel ist (Vgl. Joh 4,34): ein liebenswerter Kampf, denn der Herr bleibt stets an unserer Seite.

Jesus ging auf den Feigenbaum zu, fand aber nichts an ihm (Mt 21,19). Das ist traurig. Ist es auch in unserem Leben so? Ist es so, daß es leider an Glauben, an vibrierender Demut, an Opfer und Taten fehlt? Steht nur die christliche Fassade da, für sich allein und ohne Nutzen? Das wäre schrecklich; denn der Herr befiehlt: "In Ewigkeit soll an dir keine Frucht mehr wachsen". Auf der Stelle verdorrte der Feigenbaum (Ebd.). Diese Episode aus der Heiligen Schrift schmerzt uns und gleichzeitig treibt sie uns dazu an, daß wir die Flamme unseres Glaubens neu entfachen und nach ihm leben, damit Christus bei uns immer Früchte findet.

(Freunde Gottes 201-202)