Karfreitag – “Es ist vollbracht”

Bewundere den Starkmut der Jungfrau Maria: am Fuß des Kreuzes, in tiefem Schmerz - es gibt keinen Schmerz wie den ihren -, voller Festigkeit. Bitte sie um diesen Starkmut, damit du lernst, unter dem Kreuz auszuhalten. (Der Weg, 508)

Die Inschrift oben am Kreuz weist auf den Grund der Verurteilung hin: Jesus von Nazareth, der König der Juden (Joh 19,19). Die Vorübergehenden lästern und verspotten Ihn.

Ist Er der König von Israel so steige Er jetzt vom Kreuze herab (Mt 27,42).

Einer der beiden Schächer nimmt Ihn in Schutz: Dieser aber hat nichts Böses getan... (Lk 23, 41).

Dann folgt die demütige, glaubenserfüllte Bitte an Jesus: Jesus, gedenke mein, wenn Du in Deine Königsherrlichkeit kommst (Lk 23,42).

Wahrlich, ich sage dir, heute noch wirst du bei mir im Paradiese sein (Lk 23,43).

Neben dem Kreuz Jesu steht Maria, seine Mutter, zusammen mit anderen frommen Frauen. Der Blick Jesu richtet sich auf die Mutter und dann auf den Jünger, den Er liebt. Zu Maria gewandt, sagt Er: Frau, siehe da, dein Sohn.

Und zu dem Jünger: Siehe da, deine Mutter (Joh 19,26-27).

Der Himmel verdunkelt sich, und Finsternis breitet sich über die Erde. Kurz vor drei Uhr nachmittags ruft Jesus: Eli, Eli, lama sabachtani?! Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Mt 27,46).

Er weiß, bald wird alles vollendet sein. Und damit sich die Schrift erfülle, sagt Er: Mich dürstet (Joh 19,28).

Die Soldaten stecken einen mit Essig gefüllten Schwamm auf ein Schilfrohr und halten ihn an seinen Mund. Jesus nimmt davon. Dann ruft Er aus: Es ist vollbracht (Joh 19,30).

Der Vorhang des Tempels reißt mitten entzwei, und die Erde bebt. Mit lauter Stimme ruft Jesus: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist (Lk 23,46). Und Er stirbt.

Liebe das Opfer, es ist die Quelle des inneren Lebens. Liebe das Kreuz, es ist der Altar des Opfers. Liebe den Schmerz, leere, wie Christus, den Kelch bis zur Neige. (Der Kreuzweg, XII. Station)