Unsere Familie hat sehr schwere Momente durchlebt

Mary Bernardette Odero, Nairobi, Kenia

Ich bin Lehrerin, arbeite allerdings zur Zeit als Reiseberaterin bei einer der größten Fluglinien in Nairobi. In Kenia leiden viele Familien darunter, dass sogar Mütter mit kleinen Kindern ganztags arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen. Sie haben gar nicht die Wahl, zu Hause zu bleiben und sich um die Kinder zu kümmern. Auch uns war dieses gesellschaftliche Problem nicht fremd. Wir hatten zum Glück die Möglichkeit, eine Haushaltshilfe zu suchen und dann ganztags zu arbeiten.

Meine berufliche Tätigkeit begann, als ich mein zweites Kind erwartete. Damals mussten mein Mann und ich immer sehr gut planen, um die Familie angemessen versorgen zu können. Der Gründer des Opus Dei hat einmal den Rat gegeben, keinen Tag vorübergehen zu lassen, ohne ein kleines Opfer zu bringen. Unser tägliches Opfer bestand darin, den Kindern immer und mit Liebe alle Zeit zu widmen, die wir nur aufbringen konnten.

Wir waren viel unterwegs. Zum Beispiel mußten wir die Kinder, als sie alle zwischen 4 und 8 Jahre alt waren, jeden Morgen für die Schule fertigmachen. In dieser Zeit konnten wir nie zu Hause das Morgengebet verrichten. Natürlich hätten mein Mann und ich früher aufstehen können, um zu beten, aber für uns war es wichtig, den Kindern die Bedeutung des Betens nahezubringen, damit sie lernten, sich für Gott Zeit zu nehmen. Wir führten also die Gewohnheit ein, auf dem Weg zur Arbeit und zur Schule im Auto zu beten. Diese Tradition wurde von den Kindern aufgegriffen: bald schon waren sie es, die uns daran erinnerten, und später auch selbst vorbeteten.

In den letzten 15 Jahren hat unsere Familie sehr schwere Momente durchlebt. Unsere älteste Tochter war jahrelang krank, was uns dazu führte, Zuflucht zur Muttergottes, der Helferin der Kranken, zu nehmen. Dass mein Mann seinen Arbeitsplatz verlor, war nicht das einzige Problem, das es zu bewältigen galt. Die Spiritualität des Opus Dei, dank derer wir lernten, uns als Kinder Gottes zu sehen, half uns, alles vertrauensvoll in die Hände unseres Vaters im Himmel zu legen. Das war der Weg, auf dem unsere Familie dahin gelangt ist, ruhig, heiter und gelassen zu bleiben.

Ich weiß wirklich nicht, wie unser Leben ohne die Hilfe des heiligen Josefmaria heute aussehen würde,