Der verlorene Ring

Der Tag hätte schöner nicht sein können: der Samstag Anfang März versprach, ein prächtiger Wintertag zu werden, ideal, um mich zum ersten Mal mit Freunden im Schneeschuhwandern zu versuchen.

Opus Dei - Der verlorene Ring

Gesagt, getan. Wir machten uns mit dem Auto auf den Weg zum nächstgelegenen Berg, liehen uns vor Ort Schneeschuhe aus – wir waren nicht die einzigen, die diese Idee hatten – und starteten unsere Wanderung. Die ersten Schritte gestalteten sich etwas schwierig, weil das „Gerät“ unter den Bergschuhen doch ein wenig gewöhnungsbedürftig war, aber wir hatten den Dreh bald heraus und begannen rasch, die Anstrengung so richtig zu genießen! Doch nach einer halben Stunde Stapfen im Schnee bemerkte ich plötzlich, dass mein Ring nicht mehr an meinem Finger steckte. Oje, wo hatte ich den verloren…? Bestimmt hatte ich ihn beim Ausziehen der Handschuhe unbemerkt vom Finger gestreift, denn er saß schon seit einiger Zeit ein wenig locker… Einen Ring im Schnee finden zu wollen, ist wohl ähnlich, wie eine Nadel im Heuhaufen zu suchen. Dennoch ging ich diese erste Strecke zurück, die Augen fest auf den Schnee gerichtet und das Herz an den Hl. Josefmaria gewandt, in der festen Überzeugung, dass er mich nicht im Stich lassen wird. Doch der Ring war nicht zu finden. So setzten wir unsere Wanderung einfach fort. Im Moment gab es ja für uns nichts weiter zu tun, als den wunderschönen Ausflugstag zu genießen und – was den Ring betrifft – auf das göttliche Eingreifen zu hoffen. Die Wanderung war traumhaft, ein echtes Geschenk des Himmels: unberührte verschneite Winterlandschaft, ein zauberhaft gefrorener Wasserfall, nicht allzu frostige Temperaturen, immer wieder leicht wärmende Sonnenstrahlen… Erfüllt und dankbar machten wir uns auf den Heimweg. So kamen wir mehrere Stunden nach Beginn unserer Wanderung nochmals an der Stelle vorbei, wo ich zum ersten Mal meine Handschuhe ausgezogen hatte. Eine neuerliche Inspektion des Ortes brachte aber auch jetzt den Ring nicht zum Vorschein… Auch im Gasthaus daneben war er nicht abgegeben worden. Ich hinterließ für alle Fälle meine Telefonnummer und wir stapften frohen Mutes zum Verleihgeschäft zurück. Dort fragte ich dann abermals nach: „Ich habe heute auf der Wanderung am Berg irgendwo meinen Ring verloren… Ich weiß, dass es fast unmöglich ist: Aber ist zufällig einer hier abgegeben worden?“ Die Dame an der Information blickte mich ein wenig erstaunt und sichtlich erfreut an und fragte: „Sagen Sie mir: An welchem Tag haben Sie denn geheiratet…?“ Da wusste ich, dass der Ring gefunden wurde… Das Datum, das ich ihr nannte, stimmte mit dem im Ring eingravierten Datum überein, und dankbar erhielt ich ihn wieder! Sie hatte den Ring erst eine halbe Stunde zuvor neben dem Mistkübel am Boden liegend gefunden… Dass da der Hl. Josefmaria seine Hand im Spiel hatte, steht ganz außer Zweifel. Danke, Hl. Josefmaria, für deine Hilfe! (M.S., 2018)