Meine Lieben, möge Jesus meine Töchter und Söhne beschützen!
Vor wenigen Tagen ist das Heilige Jahr der Hoffnung zu Ende gegangen. Gott sei Dank haben im Laufe dieses Jahres viele Menschen die Heilige Pforte durchschritten und die Einladung des Herrn angenommen, die Wirklichkeit mit sicherer Hoffnung zu betrachten. Wie Papst Leo XIV. sagte, hat uns das Jubiläumsjahr in Erinnerung gerufen, „dass es möglich ist, neu anzufangen, ja, dass wir sogar noch am Anfang stehen, dass der Herr unter uns wachsen will, dass er der Gott-mit-uns sein will” (Homilie, 6.1.2026). Christus verliert nicht die Geduld, auch wenn wir immer wieder neu beginnen und neu anfangen müssen. Gehen wir daher auch dann zu ihm, wenn wir uns schwach fühlen oder uns bewusst ist, dass wir ihn enttäuscht haben. Wir tun dies im festen Vertrauen darauf, dass er uns stets mit offenen Armen empfängt.
Der heilige Josefmaria schlug seinen Kindern zu Beginn eines neuen Jahres einmal folgendes Motto vor: Neues Jahr, neuer Kampf. Die Heiligkeit – so erinnerte uns unser Gründer – „besteht im Kampf, im Wissen darum, dass wir Fehler haben, und im heroischen Bemühen, sie zu überwinden.” Und dabei sollen wir nicht vergessen: „Fehler werden wir auch noch haben, wenn wir einmal sterben” (Im Feuer der Schmiede, Nr. 312). Erneuern wir also den Wunsch zu kämpfen – nicht mit dem Anspruch, unser Leben in einem einzigen Augenblick zu verändern, sondern mit der Ausdauer dessen, der sich bemüht, „täglich ein wenig höher zu kommen” (Christus begegnen, Nr. 75).
Die Hoffnung, die wir im Jubiläumsjahr neu entdeckt haben und die unser Leben prägen soll, ist ein Geschenk, das weitergegeben werden möchte. Die Welt braucht Zeugen der treuen und bedingungslosen Gottesliebe. Im Alltag können wir ganz natürlich und nah am Menschen die Freude vermitteln, die daraus erwächst, dass wir uns stets vom Herrn begleitet wissen.
Bevor ich schließe, bitte ich euch um euer besonderes Gebet für zwei Tagungen, die in Rom stattfinden werden: im Januar mit den Verantwortlichen der Kommissionen und im Februar mit denen der Assesorate aus allen Regionen. Es geht darum, die apostolischen Prioritäten der nächsten Jahre auf dem Weg zur Hundertjahrfeier des Werks anzustoßen. Vergessen wir auch nicht, für die Länder zu beten, die weiterhin unter Krieg und Konflikten leiden.
In aller Liebe segnet euch
Euer Vater

Rom, 18. Januar 2026
