“Auch deine Arbeit soll persönliches Gebet sein.”

Bevor du mit der Arbeit beginnst, leg ein Kruzifix auf deinen Tisch oder neben dein Werkzeug. Schaue ab und zu darauf... Wenn du dich einmal müde fühlst, dann gehen deine Augen zu Jesus; und mit neuer Kraft arbeitest du weiter. Denn dieses Kruzifix ist mehr als das Portrait eines geliebten Menschen, etwa der Eltern, der Kinder, der Ehefrau oder der Braut... Er ist dein Alles: dein Vater, dein Bruder, dein Freund, dein Gott, die Liebe, die all dein Lieben einschließt. (Der Kreuzweg 11. Station Nr. 5)

Oft sage ich, daß solche Zeiten des Gesprächs mit Jesus, der - im Tabernakel gegenwärtig - uns sieht und uns hört, nicht zu unpersönlichem Beten werden dürfen; und ich gebe dann zu bedenken, daß unser Betrachten zu einer Zwiesprache mit dem Herrn führen soll, die nicht notwendig artikulierte Worte, immer aber ein Heraustreten aus der Anonymität erfordert: Wir treten vor sein Angesicht, so wie wir wirklich sind, und bleiben weder in der Menge des Gotteshauses versteckt noch hinter einem mechanischen, höchstens der abgegriffenen Gewöhnung entspringenden Wortschwall unauffindbar.

Und jetzt möchte ich noch folgendes hinzufügen: Auch deine Arbeit soll persönliches Gebet sein, ein lebendiges Gespräch mit unserem Vater im Himmel. Wenn du die Heiligung in deiner beruflichen Tätigkeit und durch sie suchst, dann mußt du aus ihr das Anonyme verbannen, damit sie persönliches Gebet wird. Auch deine beruflichen Aufgaben müssen von der trüben Eintönigkeit des rein Gewohnheitsmäßigen, des Unpersönlichen frei sein, denn sonst wäre der göttliche Impuls in deinem täglichen Tun wie abgestorben.

(Freunde Gottes 64)