Liebe und Schmerz: die Ionenbindung

Guadalupes zweite "Formel" für die Heiligkeit hilft dabei, die Schwierigkeiten, die das Leben mit sich bringt, so anzugehen, dass sie uns Gott näher bringen.

Opus Dei - Liebe und Schmerz: die Ionenbindung

#Formel2: Die Ionenbindung bewirkt eine stabile, schwer aufzubrechende Einheit. Sie ist das Ergebnis der elektrostatischen Anziehung zwischen Ionen verschiedener Ladungen –positiv und negativ –, die sich verbinden, wenn sie Elektronen des anderen Atoms aufnehmen.

Angesichts des scheinbar Negativen – der Schwierigkeiten, des Leidens, des Unverständnisses – bewirkt die Anziehung der Liebe Gottes eine einzige positive Verbindung, welche die Fähigkeit zur dauerhaften Stabilität besitzt.

Guadalupe machte es so...

„Ich bin ein wenig müde, weil ich in diesen Tagen wenig geschlafen habe. Aber nun ist alles schon wieder vergessen und in Ordnung; das Essen schmeckt ihnen. Im Vorratslager haben wir alles Notwendige und dazu preiswert. Ich bin daher Gott sehr dankbar, auch wenn ich sehe, dass ich eine Katastrophe bin, da ich in einem Wasserglas ertrinke. Jetzt heißt es, wieder ganz bei der Arbeit zu sein, du verstehst schon!“ (Brief an Nisa Gonzáles Gúzman, von der hauswirtschaftlichen Verwaltung des Studentenheims Abando in Bilbao aus, 12. Oktober 1946)

An María Luisa Udaondo, die sich um ihre kranke Mutter kümmerte, schreibt sie: „Liebe Luisa, ich habe deinen Brief erhalten. Du kannst dir sicher vorstellen, wie leid es mir tut, dass ich in diesem Moment nicht zu dir kommen und bei dir sein kann. Ich versichere dir, dass wir viel für deine Mutter beten werden, und auch für das Anliegen, das du mir ans Herz legst. Ich bin sicher, dass Gott, der dir diese Leiden schickt, dir gleichzeitig helfen wird, sie so zu tragen, dass du selbst ziemlich erstaunt darüber sein wirst. Und alles trägt dazu bei, dass wir klarer erkennen, dass nur er, Gott, alles vermag und alles erfüllt. Vergeude nichts von dem, was dir zustößt, opfere es auf. Wenn du sehen könntest, wie viel Gutes zur Zeit passiert! Und gewiss hast du mit all dem dazu beigetragen. Verstehst du, was ich meine?“ (Madrid, 16. September 1949)

Und Cristina Ponce spricht sie Mut zu: „Bitte pass gut auf dich auf! Ich habe schon verstanden, dass es kein günstiger Zeitpunkt ist, um krank zu werden, aber wenn Gott es so verfügt, dann tu alles für dich, was nötig ist, und verliere nicht den Frieden! Immer noch habe ich die Hoffnung, einen Brief von dir zu bekommen, bevor ich diesen zur Post bringe, so dass ich erfahre, wie es dir geht. Opfere alles für die Schule auf, für uns alle, für María, für die wichtige Abschlussprüfung von María Ester. Und wenn du noch etwas übrig hast, erinnere dich daran und an mich. Du kannst dir nicht vorstellen, was in diesen Tagen alles zusammenkommt, daher ziehe aus allem Nutzen.“ (Mexiko DF, 7. November 1955)

Guadalupe wusste seit frühester Jugend, was Krankheit bedeutet; in ihrem letzten Brief an den heiligen Josefmaria erkennt man, wie sie damit umgeht: „Vater, ich schreibe Ihnen aus dem Krankenhaus. Ich bin seit zweiundzwanzig Tagen hier, am Ende des Monats werden mir die Kardiologen sagen, ob es angebracht ist, „die Herzklappen“ zu wechseln. Ich bin ganz ruhig, und was auch immer geschieht, es macht mich nicht unruhig. Bevor ich hierhin kam, habe ich in diesem Jahr ein normales Leben wie in den Jahren davor geführt (allerdings werde ich ständig müder)“. (Brief an den hl. Josefmaria, Pamplona, 22. Juni 1975)