50 Jahre Opus Dei in Österreich. Pressekonferenz

Wien (21.5.2007). Aus Anlass der Ausstellung „Christsein im Alltag. 50 Jahre Opus Dei in Österreich“, die im Zeichen der Grundinspiration des Opus Dei der Heiligung von Alltag und Arbeit steht, gab der Regionalvikar Msgr. Martin Schlag zusammen mit Marina Gudenus und Ricardo Estarriol eine Pressekonferenz.

Ein Instrument, im Einklang mit den Ortsbischöfen

Als Institution der katholischen Kirche sieht sich das Opus Dei „im Orchester der Kirche als ein Instrument, das folgenden Part spielt: möglichst viele Frauen und Männer daran zu erinnern, dass sie Gott dort finden können, wo sie schon sind, voller Leidenschaft für die Welt“, erinnerte Martin Schlag, Regionalvikar des Opus Dei in Österreich. Die Trennung von Kirche und Staat, die Religions- und Meinungsfreiheit seien positive Verfassungsgrundsätze, innerhalb derer die Kirche in Österreich ein „freies Sinn- und Glaubensangebot an Menschen macht“. Genau hier ordne sich auch die Bildungstätigkeit des Opus Dei als Angebot ein. Sie erfolge in Österreich immer „im besten Einvernehmen mit allen Ortsbischöfen“, betont Schlag.

Arbeit in Österreich und Ziele

Derzeit ist das Opus Dei in Österreich mit Bildungseinrichtungen wie Studentenheimen, Jugendclubs oder Kulturzentren in Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck, Linz, Dornbirn präsent sowie einem Tagungshaus in Dreistetten (NÖ). Alle diese Einrichtungen werden als zivile Institutionen geleitet. Laut Schlag gibt es in Österreich 350 Mitglieder und 1.600 Mitarbeiter und Freunde, die regelmäßig zu Bildungstätigkeiten kommen. Er erhoffe sich in den kommenden Jahren einen Ausbau des seelsorglichen Angebots, insbesondere auch im ländlichen Bereich. Die wichtigste Tätigkeit der Mitglieder des Opus Dei sei jedoch „ihr eigener ziviler Beruf und das christliche Zeugnis, das sie dort zu geben versuchen.“

Eheleben als Weg zu Gott

Für Marina Gudenus, die als Ehefrau und sechsfache Mutter dem Opus Dei angehört, besteht der Kern der gelebten Botschaft des heiligen Josefmaria Escrivà (1902-1975) darin, „sich in Gott als der Mitte eines bunten Alltags zu verankern“. Es genüge nicht, als Sonntagschrist zu leben, „die Religiosität am Sonntagabend wie einen Mantel an den Haken zu hängen.“ Die Beziehung zu Gott müsse sich für einen Laien von Montag bis Sonntag in seinem Alltag widerspiegeln, für Verheiratete insbesondere in der Liebe zu ihrem Ehepartner. Die Spiritualität des Opus Dei sei eine Hilfe, den reichen Schatz an Gebetstraditionen in der katholischen Kirche und die Sakramente, insbesondere die Mitfeier der Eucharistie, als Quelle der Kraft für den Alltag zu entdecken. „Viele Menschen fragen nach Gott, aber sie haben nicht unbedingt einen Draht zur Pfarre oder zur Kirche. In meinem Leben als Christ ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, die ich gerne nütze, andere Menschen mit der Freude an einem Leben mit Gott anzustecken“, so Marina Gudenus.

Offenheit des Geistes

Ricardo Estarriol, Journalist und langjähriger Korrespondent der spanischen Zeitung „La Vanguardia“ in Österreich, betonte die „Offenheit, die die Bildungsarbeit des Opus Dei von Anfang an hatte und ein sehr breites Spektrum der Gesellschaft und der geistigen Welt im Lande erfasste“. Als Freunde und Förderer der ersten Stunde gelten der Wiener Kardinal Franz König, der spätere Prälat Leopold Ungar, Journalisten wie Friedrich Heer, Kurt Skalnik oder Richard Barta oder auch namhafte Psychiater wie Viktor Frankl, der Josefmaria Escrivá in Rom besucht hat. Kardinal König habe „sehr gut verstanden, dass unsere Aufgabe nicht so sehr im Verwaltungsapparat der Kirche, sondern draußen in der Arbeitswelt lag, dort wo die Kirche nicht mehr oder noch nicht präsent war“. Von der Ausstellung erhofft sich Ausstellungskurator Estarriol, dass sie helfe, Vorurteile abzubauen.