Brief des Prälaten zur Seligsprechung von Guadalupe Ortiz de Landázuri

Prälat Fernando Ocáriz hat anlässlich der anstehenden Seligsprechung dieser Gläubigen des Opus Dei einen Brief geschrieben, in dem er feststellt: „Ein Leben im Dienst an Gott und an den anderen, auch an den besonders Bedürftigen, kann froh machen und sinnvoll sein.“

Pastoralbriefe und Botschaften
Opus Dei - Brief des Prälaten zur Seligsprechung von Guadalupe Ortiz de Landázuri

Meine Lieben, Gott schütze Euch!

Mit großer Freude kann ich Euch mitteilen, dass ich heute die Bestätigung bekam, dass Papst Franziskus die feierliche Seligsprechung von Guadalupe Ortiz de Landázuri auf Samstag, den 18. Mai 2019, in Madrid festgesetzt hat.

Auch wenn der genaue Ablauf der Feierlichkeiten erst später konkretisiert wird, erfüllt uns diese Nachricht mit Dankbarkeit gegenüber Gott und dem Heiligen Vater. Ich lade alle ein, zusammen mit mir zu Guadalupe für die Anliegen des Papstes zu beten. Besonders auch für die Arbeit der Synodenväter, die in diesen Tagen in Rom zusammen gekommen sind, um über die Jugendlichen, den Glauben und die Berufungsunterscheidung zu sprechen.

Dieses kirchliche Ereignis lässt uns verstehen, wie ein Leben im Dienst an Gott und den anderen, auch an den besonders Bedürftigen, froh machen und sinnvoll sein kann. Das sehen wir an Guadalupes Leben. Sie wusste, wie sie Gott in den täglichen Mühen ihrer wissenschaftlichen Forschung und Lehre finden konnte; in den verschiedenen Bildungs- und Leitungsaufgaben die der hl. Josefmaria ihr anvertraute, und auch in ihrer Krankheit, die sie mit christlichem Geist trug.

Wer sie gekannt hat, hebt ihren Frohsinn und ihre gute Laune hervor, beides Früchte ihres Bewusstseins, Tochter Gottes zu sein. Gleichzeitig besaß sie Entschlossenheit und Initiativgeist, was ihr Herz weit und aufnahmebereit machte. Ihr Beispiel spiegelt wider, wie „der Herr alles fordert; was er dafür anbietet, ist wahres Leben, das Glück, für das wir geschaffen wurden. Er will, dass wir heilig sind, und erwartet mehr von uns, als dass wir uns mit einer mittelmäßigen, verwässerten, flüchtigen Existenz zufriedengeben“ (Gaudete et Exsultate, Nr. 1).

Für mich ist es ein providentielles Zusammentreffen, dass die Seligsprechung am Jahrestag der Erstkommunion von Guadalupe stattfinden wird. Diese Tatsache erinnert uns daran, dass „Jesus in die Mitte unseres Lebens zu stellen bedeutet, uns tiefer auf das kontemplative Beten mitten in der Welt einzulassen und den anderen zu helfen, dass sie Wege der Kontemplation gehen“ (Pastoralbrief, 14.2.2017).

Guadalupe wird das erste Laienmitglied des Opus Dei sein, das zur Ehre der Altäre erhoben wird. Das ist wie eine Besiegelung des Weges, den Gott den hl. Josefmaria am 2. Oktober 1928 sehen ließ, dessen 90. Jahrestag wir gerade begangen haben.

In Liebe segnet Euch Euer Vater