Etwas Großes, das Liebe ist (VI): Die Musik erklingen lassen

Die Berufung zum Opus Dei ist die Einladung, Noten zum Klingen zu bringen, eine Melodie Gottes zu spielen, zu der es so viele Varianten wie Menschen gibt.

Opus Dei - Etwas Großes, das Liebe ist (VI): Die Musik erklingen lassen

Als Jesus vom Reich Gottes sprach, wusste er, dass sich die Zuhörer darunter nicht wirklich etwas vorstellen konnten; dass auch wir uns darunter kaum etwas vorstellen können. Daher griff er zu Gleichnissen: Erzählungen und Bilder, die keine Definition liefern, aber dazu einladen, in das Geheimnis einzutreten. Jesus vergleicht das Reich Gottes beispielsweise mit einem „Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können“ ( Mk 4,31-32). Ein kleines Korn, das in die Erde versenkt wird, dem Blick der Menschen entschwindet und in Vergessenheit gerät; das aber nicht aufhört zu wachsen, während die Geschichte ihren Lauf nimmt, scheinbar unabhängig davon. Es wächst, auch nachts, und ohne, dass sich jemand darum kümmert oder es beachtet.

Am 2. Oktober 1928 ließ Gott den hl. Josefmaria in seiner Seele ein Samenkorn entdecken, das nur er dort hineingelegt haben konnte: ein kleines Senfkorn, das dazu bestimmt war, auf dem großen Feld der Kirche zu wachsen. Es liegt uns eine Notiz vor, die er einige Monate später verfasst hatte und die in wenigen Zügen den genetischen Code des Samenkorns enthält: „Einfache Christen. Teig, der durchsäuert. Das Unsrige ist das Gewöhnliche, mit Natürlichkeit gelebt. Die Mittel: die berufliche Arbeit. Und alle heilig! Eine Hingabe in aller Stille.“ 1 Seit Gott ihm die Aufgabe anvertraut hatte, sich um dieses Samenkorn zu kümmern, lebte der hl. Josefmaria für nichts anderes mehr. Und was damals pures Versprechen, pure Hoffnung war, ist heute ein laubreicher Baum, der viele Seelen aufnimmt und vielen Leben Geschmack verleiht.

Das Normale ist, heilig werden zu wollen

„Jeder Heilige“, schreibt Papst Franziskus, „ist eine Botschaft, die der Heilige Geist aus dem Reichtum Jesu Christi schöpft und seinem Volk schenkt.“ 2 Der hl. Josefmaria empfing eine Botschaft und verkörperte sie. Er verwandelte sich selbst in die Botschaft, und sein Leben und seine Worte begannen bei vielen Menschen anzuklopfen. „Dein Leben darf kein fruchtloses Leben sein. — Sei nützlich. — Hinterlasse eine Spur. Leuchte mit dem Licht deines Glaubens und deiner Liebe (...). Entzünde alle Wege der Erde mit dem Feuer Christi, das du im Herzen trägst.“ 3

Er trug dieses Feuer in seinem Inneren, wie etwa José Luis Múzquiz, einer der ersten, die sich dem Opus Dei anschlossen, der Priester wurde, sofort bemerkte. Bei ihrer ersten Begegnung sprach der hl. Josefmaria ihn auf etwas an, das ihm noch nie jemand nahegelegt hatte: am Arbeitsplatz Apostel zu sein. Und er fügte noch hinzu: „Es gibt keine größere Liebe als die LIEBE; alle anderen Lieben sind klein.“ Diese Wendung beeindruckte sein Gegenüber zutiefst: „Man sah, dass das aus der Tiefe seiner Seele kam, aus seiner in Gott verliebten Seele. Die mentalen Schaltkreise, die ich bis dahin gehabt hatte, schmolzen zusammen.“ 4

In einer Danksagungsmesse anlässlich der Seligsprechung dieser verliebten Seele erklärte der damalige Kardinal Ratzinger mit der ihm eigenen Mischung von Einfachheit und Tiefe, dass „das Wort ,heilig’ im Laufe der Zeit eine gefährliche Einengung erfahren hat, die heute wohl immer noch wirksam ist. Wir denken dabei an die Heiligen, die auf den Altären abgebildet werden, an Wunder und heroische Tugenden, und wissen dann, dass das nur für einige wenige Erwählte gilt, denen wir uns nicht zurechnen können. Wir überlassen die Heiligkeit dann den wenigen, deren Zahl wir nicht kennen, und bescheiden uns damit, so zu sein, wie wir eben sind. Aus dieser geistlichen Apathie hat Josefmaria Escrivá aufgerüttelt: Nein, Heiligkeit ist nicht das Ungewöhnliche, sondern das Gewöhnliche, das Normale für jeden Getauften. Sie besteht nicht in irgendwelchen unnachahmlichen Heroismen, sie hat tausend Gestalten; sie kann an jeder Stelle und in jedem Beruf verwirklicht werden. Sie ist das Normale.“ 5

Das Normale für einen Christen ist also, heilig sein zu wollen. Daher schrieb der hl. Josefmaria schon in jungen Jahren: „Die Heiligen waren keine verbogenen Wesen, kein Gegenstand für die Untersuchungen eines modernistischen Mediziners. Sie waren und sind normale Menschen: aus Fleisch wie du. Und sie siegten.“ 6 Die Berufung zum Opus Dei setzt eine Bewusstwerdung dieser Normalität der Heiligkeit sowie den Wunsch voraus, diese einfache Botschaft, diese Melodie umzusetzen. Die Noten dazu sind vorhanden: das Leben und die Lehre des hl. Josefmaria, die Verkündigung des allgemeinen Rufs zur Heiligkeit durch das II. Vatikanische Konzil 7, das jüngste Lehramt der Päpste, das diese Lehre weiter ausführt ... und vor allem das Evangelium. 8 Es gibt also die Noten, es ist jedoch erforderlich, dass die Musik in allen Winkeln der Erde auch tatsächlich erklingt, in unbegrenzt vielen Varianten, die erst noch ans Licht kommen müssen: durch das konkrete Leben vieler Christen.

Christus aus so unmittelbarer Nähe folgen, dass wir mit ihm leben

Als der Herr das Opus Dei ins Leben rief, schenkte er seiner Kirche einen Weg, eine Spiritualität, die so „designt“ war, dass sie in jeder Alltagsumgebung Gestalt annehmen und mit der Arbeit und dem normalen und gewöhnlichen Leben ganz unterschiedlicher Personen eins werden konnte. Diese Botschaft wurde vom hl. Josefmaria in zahlreichen Schreiben, Predigten, familiären Treffen, katechetischen Reisen usw. dargelegt und erläutert. Ein zentraler Gedanke, der sich wie ein roter Faden durchzieht, ist in einem Punkt von Die Spur des Sämanns enthalten: „Am fernen Horizont scheinen Himmel und Erde sich zu vereinigen. Vergiss aber nicht, dass der wahre Ort, an dem sie miteinander verschmelzen, dein Herz ist: das Herz eines Kindes Gottes.“ 9 Wenn daher die Berufung zum Opus Dei in den Personen Initiativen und den Wunsch weckt, ihr Umfeld zu verbessern, führt es sie dennoch nicht vor allem dazu, Dinge zu tun oder mehr Dinge zu tun, als sie ohnehin schon in Händen haben. Sie führt sie vor allem dazu, die Dinge auf eine andere Weise zu tun, nämlich bei Gott zu sein in allem, was sie tun, und zu versuchen, alles mit ihm zu teilen. „Meine Kinder, Christus nachzufolgen (...), ist unsere Berufung. Und ihm aus so unmittelbarer Nähe nachzufolgen, dass wir mit ihm leben wie die ersten Zwölf; aus so unmittelbarer Nähe, dass wir mit ihm eins werden und sein Leben leben, bis der Moment kommt – sofern wir keine Hindernisse aufgestellt haben –, in dem wir mit dem hl. Paulus sagen können: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir ( Gal 2,20).“10

Einer der ersten Supernumerarier erinnert sich noch daran, wie es ihn überraschte, als der Gründer des Opus Dei zu ihm sagte: „Gott ruft dich auf Wege der Beschaulichkeit.“ Für ihn, der verheiratet war, Kinder hatte und darum kämpfen musste, seine Familie voranzubringen, war das „eine wahre Entdeckung“ 11. Bei einem anderen Anlass empfahl der hl. Josefmaria: „Sprich mit Gott, sag ihm: ,Herr, ich bin müde, ich kann nicht mehr. Herr, das gelingt mir nicht. Wie würdest du es machen?’” 12 Und das, genau das ist Beschaulichkeit mitten in der Welt: ein tiefer und liebevoller Blick auf die Wirklichkeit, der sich vom Blick Gottes und durch den ständigen Austausch mit ihm nährt. Der hl. Josefmaria fasste diese schöne Herausforderung in einem Satz zusammen: „Je tiefer wir im Gewühl der Welt drinnen stecken, desto fester müssen wir in Gott verankert sein.“ 13 Und diese Nähe zu und Freundschaft mit Gott ist wie eine Wurzel, aus der zwei Merkmale sprießen, die die Berufung zum Opus Dei zwar nicht exklusiv betreffen, die aber für Christen, die Gott auf diese Weise beruft, von besonderer Bedeutung sind: die Berufung, Apostel zu sein und Christus bekannt zu machen, sowie die Sendung, die Welt durch die Arbeit zu verändern und mit Gott zu versöhnen.

Bevor wir näher darauf eingehen, stellt sich aber noch eine andere Frage: Wenn – wie der hl. Josefmaria sein ganzes Leben lang predigte und Papst Franziskus uns kürzlich daran erinnerte – die Heiligkeit für alle ist, und wenn der Herr alle Christen aussendet, das Evangelium zu verkünden: Was ist dann das Spezifische an der Berufung zum Opus Dei?

Das lässt sich relativ leicht beantworten, wenn wir bedenken, dass die verschiedenen christlichen Berufungen Bestimmungen, Modalitäten oder Wege des Lebens und der Berufung sind, die durch die Taufe vermittelt werden. Konkret ist es so, dass „die Berufung zum Opus Dei die Hingabe an Gott und die anderen, wie sie von der christlichen Berufung angemahnt wird, aufgreift, aufnimmt oder lenkt. Das einzige, was an Besonderem hinzukommt, ist genau genommen der dafür vorhandene Leitpfad: dass sich diese Hingabe in der Zugehörigkeit zu einer konkreten Institution der Kirche (dem Opus Dei) vollzieht – mit einer bestimmten Spiritualität und ganz bestimmten Mitteln der Bildung und des Apostolats“ 14, wobei letztere vor allem darauf gerichtet sind, Gott und den anderen durch die Arbeit und die normalen Dinge jedes Tages zu dienen. In anderen Worten: Wer seine Berufung zum Opus Dei entdeckt und annimmt, beschließt, sein Leben für die anderen hinzugeben – das ist das Wesen des christlichen Lebens – und rechnet dabei mit einem Weg, um diese Herausforderung an der Hand Gottes und mit Hilfe einer großen Familie anzunehmen. Und daher ist er bereit, alles zu tun, damit dieses Charisma sein inneres Leben nährt, seinen Verstand erleuchtet, seine Persönlichkeit bereichert ... damit er Gott in seinem Leben effektiv finden und diese Entdeckung zugleich mit anderen teilen kann.

Die göttliche Erleuchtung vom 2. Oktober 1928 und andere, die ihr folgten, zeigten dem hl. Josefmaria, dass er sein Leben dafür widmen sollte, in allen gewöhnlichen Christen – Männern und Frauen, die in der Welt leben und sich den unterschiedlichsten menschlichen Aufgaben widmen – das Bewusstsein zu fördern, dass sie zur Heiligkeit und zum Apostolat berufen sind. Und dies durch die Förderung einer Institution, des Opus Dei, das aus einfachen Christen besteht, die den Ruf Gottes, dieses Ideal zu ihrem eigenen zu machen, angenommen haben. Dabei bezeugen sie mit ihrem Leben nicht nur die Größe des Ideals, sondern auch die effektive Möglichkeit, es mit Hilfe der Gnade umzusetzen, obwohl sie um ihre Begrenzungen wissen.

Ein großes Herz haben

Auf dem Weg von Bethanien nach Jerusalem verspürt Jesus Hunger. Er sucht etwas zu essen und nähert sich einem Feigenbaum ( Mt 21,18). „Er nähert sich dir und mir, mit Hunger und Durst nach Seelen. Vom Kreuze herab rief er: Ich dürste (Joh 19,28). Es ist Durst nach uns, nach unserer Liebe, nach unserer Seele und nach den Seelen all jener, die wir ihm auf dem Weg des Kreuzes – der der Weg der Unsterblichkeit und der himmlischen Herrlichkeit ist – zuführen sollen.“ 15

Die Berufung zum Opus Dei setzt eine starke „Ansteckung“ mit diesem Hunger und Durst Gottes voraus. Als sich der hl. Josefmaria bemühte, das erste Studentenheim des Opus Dei zu errichten, gab es Menschen, die ihm nahelegten, nichts zu überstürzen. An einem Einkehrtag notierte er: „Eile. Es ist nicht Eile. Es ist Jesus, der drängt.“ 16 Ihn drängte – wie den hl. Paulus – die Liebe Christi (vgl. 2 Kor 5,14). Und mit dem gleichen gelassenen Drängen sollen wir, so will es Gott, an die Tür von jedem und jeder einzelnen anklopfen: „Wer immer du bist, geh davon aus, dass du geliebt wirst!“ 17 Und das alles mit Normalität, mit Natürlichkeit, indem wir lieben und Liebe empfangen, dienen, unser Wissen weitergeben, lernen, Ziele und Arbeit, Probleme und Engpässe teilen, Freundschaftsbande knüpfen ... Dort, wo wir auf die Welt kommen, wo wir arbeiten, wo wir uns erholen, wo wir einkaufen, können wir Gärmittel sein, Sauerteig, Salz, Licht der Welt.

Gott ruft keine Superhelden in sein Opus Dei. Er ruft normale Menschen, die ein großes und großmütiges Herz haben, ein Herz, in dem alle Platz finden. So notierte es der hl. Josefmaria in den ersten Jahren im Gedanken an jene, die den Ruf Gottes ins Opus Dei noch empfangen könnten: „Keinen Platz finden: die Egoisten, die Feiglinge, die Indiskreten, die Pessimisten, die Lauen, die Dummen, die Faulen, die Ängstlichen, die Oberflächlichen. Platz finden: die Kranken, Lieblinge Gottes, und alle, die ein großes Herz haben, auch wenn ihre Schwächen noch größer gewesen sein mochten.“ 18 Kurz: Jene, die entdecken, dass Gott sie zum Opus Dei ruft, können Menschen mit Fehlern, Begrenzungen und Erbärmlichkeiten sein, die aber zugleich große Ideale und die Sehnsucht haben, zu lieben und andere mit der Liebe Gottes anzustecken.

Die Welt lieben, wie Gott sie liebt

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt“, lesen wir im Johannes-Evangelium, „dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ ( Joh 3,16). Gott liebt die Welt, die er geschaffen hat und die nicht nur kein Hindernis für die Heiligkeit, sondern vielmehr ihr angestammter Ort ist, leidenschaftlich. Und die Botschaft des Opus Dei schließt diese Überzeugung ein: Wir können heilig werden, nicht obwohl wir in der Welt leben, sondern gerade deswegen. Denn die Welt, dieses geheimnisvolle Gemenge von Größe und Erbärmlichkeit, von Liebe und Hass, von Groll und Verzeihung, von Krieg und Frieden, „wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes“ ( Röm 8,19).

Um über unsere Beziehung zur Welt zu sprechen, verwendet die Genesis zwei Verben: „hüten“ und „bebauen“ (vgl. Gen 2,15). Mit dem ersten, das auch verwendet wird, um die Erfüllung der Gebote zum Ausdruck zu bringen, macht der Herr uns verantwortlich für die Welt; er sagt uns, dass wir sie nicht auf despotische Weise benützen können. Mit dem zweiten, „bebauen“, was so viel bedeutet wie „bearbeiten“ (normalerweise das Feld) oder auch „die Weihe antreten“ (vgl. Num 8,11), vereinigt Gott Arbeit und Kult: wenn wir arbeiten, verwirklichen wir uns nicht nur, sondern verehren auch Gott auf wohlgefällige Weise, denn wir lieben die Welt, wie er sie liebt. Die Arbeit heiligen, bedeutet daher letztlich, der Welt mehr Schönheit zu verleihen, in ihr Raum zu schaffen für Gott.

Er selbst wollte die Welt, die aus seinen Schöpferhänden hervorging, hüten und bebauen, da er mit menschlichen, geschaffenen Händen arbeitete. Nachdem das verborgene Leben des Herrn in der Werkstatt von Nazareth Jahrhunderte lang als dunkle, glanzlose Jahre erachtet wurde, wird es im Licht des Geistes des Werkes „klar wie Sonnenlicht (…), ein Strahlen, das unsere Tage erhellt und ihnen ihren wahren Sinn gibt.“ 19 Daher spornte der hl. Josefmaria seine Kinder an, diese Arbeit, die uns an das verborgene und stille Wachsen eines Weizenkorns erinnert, oft zu betrachten. So wuchs Jesus – er selbst würde sich später mit einem Weizenkorn vergleichen (vgl. Joh 12,24) – in der Werkstatt von Josef und seiner Mutter, in jener Heimwerkstatt, auf.

Das einfache Leben der heiligen Familie zeigt, dass es Arbeiten gibt, die, auch wenn sie aus irdischer Sicht demütig erscheinen, in den Augen Gottes von unermesslichem Wert sind, weil Liebe, Sorgfalt und der Wunsch, nützlich zu sein, in sie hineingelegt werden. Daher bedeutet die Arbeit heiligen nicht, „ etwas Heiliges zu machen , während man arbeitet, sondern vielmehr die Arbeit selbst zu etwas Heiligem zu machen .“20 Auf diese Weise wird „die gut verrichtete menschliche Arbeit zur Salbe, die Jesus dem Blinden auf die Augen strich, um Gott in allen Dingen (...) zu entdecken. Und dies gerade in unserer Zeit, da der Materialismus bemüht ist, die Arbeit in Lehm zu verwandeln, der die Menschen blind macht und sie hindert, Gott zu schauen.“ 21

Um Frucht zu bringen, muss das Korn sich verbergen, verschwinden. So sah der hl. Josefmaria sein Leben: „Mich verbergen und verschwinden ist das meine, nur Jesus soll leuchten.“ 22 Und so sollen nach dem göttlichen Ratschluss alle Männer und Frauen, die Gott in das Opus Dei ruft und weiterhin rufen wird, ihr Leben sehen. Wie die ersten Christen: normale und gewöhnliche Menschen, die, wenn sie für Aufsehen sorgten, es nicht taten, um Applaus zu ernten, sondern damit Gott leuchten konnte. Menschen, die vor allem „aus der Kraft Christi lebten und Christus verkündeten (…): Säleute des Friedens und der Freude, die Christus uns brachte.“ 23

Eduardo Camino / Carlos Ayxelá

1 Apuntes íntimos , Nr. 35, in: P. Rodríguez, F. Ocáriz, J. L. Illanes, Das Opus Dei in der Kirche , Bonifatius 1997, S. 172.

2 Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben Gaudete et exsultate (19.3.2018), Nr. 21.

3 Hl. Josefmaria, Der Weg , Nr. 1.

4 in: P. Rodríguez, Camino. Historisch-kritische Ausgabe, Kommentar zu Nr. 417.

5 J. Ratzinger, Predigt, 19.5.1992.

6 Hl. Josefmaria, Der Weg , Nr. 133.

7 II. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium (21.10.1964), Nr. 40.

8 Vgl. hl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Christifideles laici (30.12.1988), Nr. 16-17; Benedikt XVI., Audienz, 13.4.2011; und aus jüngerer Zeit, das Apostolische Schreiben Gaudete et exsultate (19.3.2008) von Papst Franziskus.

9 Hl. Josefmaria, Die Spur des Sämanns , Nr. 309.

10 En diálogo con el Señor , Historisch-kritische Ausgabe, Rialp, Madrid 2017, S. 101.

11 V. García Hoz, „Mi encuentro con Monseñor Escrivá de Balaguer“, in: R. Serrano (ed.), Así le vieron , Rialp, Madrid, 1992, S. 83.

12 Hl. Josefmaria, Aufzeichnungen aus einem familiären Treffen in Tajamar, 22.10.1972 (zitiert im Dokumentarfilm „ Das Herz der Arbeit “).

13 Hl. Josefmaria, Im Feuer der Schmiede , Nr. 740.

14 F. Ocáriz, „Die Berufung zum Opus Dei als Berufung in der Kirche“, in: P. Rodríguez, F. Ocáriz, J.L. Illanes, Das Opus Dei in der Kirche , Bonifatius 1997, S. 137.

15 Hl. Josefmaria, Freunde Gottes , Nr. 202.

16 Apuntes íntimos, Nr. 1753, zitiert in Vázquez de Prada, A. Der Gründer des Opus Dei (Band I), Adamas, Köln 2001, 9. Auflage, S. 494.

17 Hl. Johannes Paul II., Die Schwelle der Hoffnung überschreiten , Hoffmann und Campe, 1994, S. 22.

18 Hl. Josefmaria, Instruktion, 1.4.1934, Nr. 65.

19 Hl. Josefmaria, Christus begegnen, Nr. 14.

20 F. Ocáriz, Naturaleza, gracia y gloria , Eunsa 2000, S. 263.

21 Sel. Alvaro del Portillo, Brief, 30.9.1975.

22 Hl. Josefmaria, Brief, 28.1.1975, in: E. Burkhart, J. López, Alltag und Heiligkeit in der Lehre des heiligen Josefmaria , 2. Band, Adamas, Köln 2016, S. 396.

23 Hl. Josefmaria, Christus begegnen, Nr. 30.