War der Charakter des hl. Josefmaria so, wie er im Film erscheint?

Alle, die ihn aus der Nähe kannten, schildern ihn als einen sehr aufmerksamen, starkmütigen und frohen Menschen, der immer gute gelaunt war und sich durch ein ausgeprägtes Temperament auszeichnete. Einige dieser Eigenschaften kann man im Film erkennen.

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Frage von Clemente - Spanien

Alle, die ihn aus der Nähe kannten, schildern ihn als einen sehr aufmerksamen, starkmütigen und frohen Menschen, der immer gute gelaunt war und sich durch ein ausgeprägtes Temperament auszeichnete – wie es bei Aragoniern häufig der Fall ist. Einige dieser Eigenschaften kann man im Film erkennen.

Bischof Javier Echevarría, der mit dem hl. Josefmaria seit den fünfziger Jahren, in denen er nach Rom übersiedelte, sehr engen Kontakt hatte, schildert ihn als jemanden, der schon von Jugend an große menschliche Tugenden – und ebenso Fehler – besaß. Daher „musste er sehr aufpassen, um die Schnelligkeit und Spontaneität seiner Reaktionen zu zügeln. Oft war er erbost darüber, wenn er bemerkte, dass etwas schlecht oder nicht so gut wie möglich ausgeführt worden war. Er kämpfte darum, seine natürlichen Neigungen in positive Eigenschaften umzuformen. So verfügte er etwa in besonderer Weise über Energie und Tatkraft, um Dinge anzupacken, über die Fähigkeit, schnell Entscheidungen zu treffen, über außergewöhnlichen Scharfsinn. Er besaß eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, schnell zu erfassen, was um ihn herum vorging. Den Schwierigkeiten verstand er mit einer dialektischen Versiertheit zu begegnen. Er ließ sich nie von seinen ersten unüberlegten Reaktionen hinreißen, vielmehr sprach und handelte er immer mit reiner Absicht, um letztlich Gott und den Menschen zu dienen. Rückblickend wage ich zu behaupten, dass sein Wille und sein Verstand immer auf Gott ausgerichtet waren und so über seinen spontanen Charakter die Oberhand gewannen. Das erreichte er auf Grund einer beständigen Wachsamkeit sich selbst gegenüber. Er bat uns jedoch auch, ihm dabei zu helfen. Ich kann versichern, dass ich ihn gegen subtile Verlockungen kämpfen sah, die, wenn sie nicht begradigt werden, sich so verfestigen, dass sie uns von Gott zu trennen vermögen. Er verstand es, eine heitere Ausgeglichenheit zu bewahren und die außerordentliche Vitalität seines Temperamentes immer mit Klugheit und Starmut zu steuern“.

José Luis Soria, der 1953 noch als Arzt den hl. Josefmaria kennen lernte, wurde 1956 zum Priester geweiht und hielt sich seitdem immer in seiner Nähe auf. Er erwähnt in seinem Buch “San Josemaría Escrivá: maestro de buen humor“ [Der hl. Josefmaria, ein Meister der guten Laune], dass die Schnelligkeit mit der er einem Gesprächspartner in scherzhaftem oder humorvollem Ton antwortete, von seinem ausgeprägten Sinn für Humor zeugte, der weit über die einfache Lustigkeit hinausgeht. Seine Art zu reagieren entsprach dem, was die Engländer wit nennen, das heißt der Fähigkeit, ungemein schnell das Unpassende, Zweideutige oder wenig Angemessene zu erfassen und darauf mit einer lustigen und unerwarteten Bemerkung oder Geste zu kontern. Wenn man ihn in einem familiären, entspannten Umfeld erlebte, war es leicht, sich über seine intelligenten und angenehm humorvollen Äußerungen zu amüsieren oder sogar sogar schallend zu lachen.

Antwort von

www.josemariaescriva.info

Bischof Echevarría spricht über die Persönlichkeit des hl. Josefmaria

Das Interview mit José Luis Soria