Einander verstehen und lieben, miteinander sprechen

Die Liebe besteht mehr im »Verstehen« als im »Geben«. - Deshalb suche immer nach einer Entschuldigung für deinen Nächsten, wenn du die Pflicht hast zu urteilen. Es gibt immer eine Entschuldigung.

Gebetstexte

Die Logik des Teufels

Die Liebe besteht mehr im »Verstehen« als im »Geben«. - Deshalb suche immer nach einer Entschuldigung für deinen Nächsten, wenn du die Pflicht hast zu urteilen. Es gibt immer eine Entschuldigung.

Der Weg, 463

Der Christ muß immer bereit sein, mit allen gut auszukommen, allen durch seinen Umgang die Möglichkeit zu geben, Jesus Christus näher zu kommen. Er muß sich ohne Ausnahme gern für alle aufopfern, ohne die Menschen wie Handelswaren oder präparierte Insekten zu klassifizieren. Der Christ darf sich nicht von den anderen absondern, sonst würde sein Leben armselig und egoistisch: Er muß allen alles werden, um alle zu retten

Christus begegnen, 124

Die Liebe zu den Seelen um Christi willen bewirkt, daß wir alle lieben und verstehen, alle entschuldigen und allen vergeben...

Unsere Liebe muss wie ein weiter Mantel sein, der alles menschliche Elend zudeckt. Es soll eine starke und zarte Liebe sein, die - »veritatem facientes in caritate« - die Wahrheit verteidigt und doch niemanden verletzt.

Im Feuer der Schmiede, 559

Unterschiede verbinden auch

Jeder von uns hat seine Art, seine Eigenwilligkeiten, seine Laune manchmal auch seine schlechte Laune und seine Fehler. Jeder hat aber auch seine angenehmen Seiten, die ihn liebenswert machen. Das Zusammenleben ist einfach, wenn jeder sich darum bemüht, gegen die eigenen Fehler zu kämpfen und über die Fehler des anderen hinwegzusehen, mit einem Wort: wenn man sich liebt. Denn die Liebe überwindet alles, was vermeintlich Anlass zu einer Entfremdung oder Trennung sein könnte. Wenn man dagegen die kleinen Gegensätze aufbauscht und sich gegenseitig Fehler und Irrtümer vorhält, dann hat der Friede ein Ende, und die Gefahr ist groß, dass die Liebe erkaltet.

Gespräche, 108

Wenn jemand einwendet, dass er dies oder jenes nicht ertragen und ein böses Wort nicht unterdrücken kann, so übertreibt er, um sich rechtfertigen zu können. Man muss Gott um die Kraft bitten, der eigenen Laune Herr zu werden, und um die Gabe, die notwendige Selbstbeherrschung zu gewinnen. Denn das Gefährliche beim Ärger liegt darin, daß man aus der Fassung gerät und dass dann die Worte bitter werden und beleidigend und man so, ohne es eigentlich gewollt zu haben, verletzt und wirklichen Schaden anrichtet.

Gespräche, 108

Bin ich wohl ganz im Recht?

Noch etwas ist wichtig: Wir müssen uns mit dem Gedanken befreunden, dass wir niemals ganz im Recht sind. Gerade bei Dingen, die der freien Meinungsbildung unterliegen, ist es so, daß die Wahrscheinlichkeit, im Unrecht zu sein, um so größer ist, je mehr wir uns darauf versteifen, ganz allein recht zu haben. Wer davon ausgeht, dem fällt es leichter, seine Haltung zu korrigieren und, wenn nötig, um Verzeihung zu bitten, was stets die beste Art ist, einen Streit zu beenden und zum Frieden und zur Liebe zurückzufinden. Ich möchte niemanden zu Auseinandersetzungen ermuntern, aber es ist nur natürlich, dass wir uns manchmal streiten, und zwar gerade mit denen, die wir am meisten lieben und mit denen wir ständig zu tun haben. Solange man dafür sorgt, dass sie nicht allzu häufig vorkommen, sind diese kleinen ehelichen Streitigkeiten kein Beweis mangelnder Liebe; ja sie können sogar mithelfen, die Liebe zu vertiefen.

Gespräche, 108

Die Demut ist es, die uns sacht und wie selbstverständlich die beste Art des Umgangs mit unseren Mitmenschen lehrt: jeden verstehen, annehmen, entschuldigen; weder Spaltungen herbeiführen noch Schranken aufrichten, sondern - immer! - die Eintracht fördern.

Freunde Gottes, 233

Ein Schussgute Laune

Manchmal nehmen wir uns allzu ernst. Ab und zu ärgert sich jeder einmal, manchmal mit gutem Grund, manchmal auch, weil es an Geist der Abtötung fehlt. Das Entscheidende ist, mit einem Lächeln zu zeigen, dass der Ärger nichts an der Zuneigung geändert hat und das familiäre Einvernehmen wiederhergestellt ist.

Gespräche, 108

Ehrliche Zuneigung

Wir haben nicht ein Herz, um damit Gott, und ein anderes, um damit die Geschöpfe zu lieben: mit diesem unserem einen armen Herzen aus Fleisch lieben wir menschlich und, wenn sich diese Liebe mit der Liebe Christi vereint, zugleich übernatürlich. Diese, und keine andere, ist die Liebe, die in uns wachsen muß und die uns in den Mitmenschen die Gestalt unseres Herrn erkennen lassen wird.

Freunde Gottes, 229

Liebe für einen Christen bedeutet lieben wollen, sich in Christus dazu entschließen, ohne irgendeinen Unterschied das Wohl aller Menschen zu suchen

Freunde Gottes, 231

Natürlich sollst du viel Verständnis und Anteilnahme für die Menschen in deiner täglichen Umgebung zeigen. Dazu gehört allerdings auch die nötige Willenskraft - denn sonst werden Verständnis und Anteilnahme leicht zu Komplizenschaft und Egoismus.

Die Spur des Sämanns, 803

Liebe und Wahrheit

Unsere Liebe ist weder Sentimentalität noch bloße Kameradschaft, noch der fragwürdige Eifer, anderen zu helfen, um die eigene Überlegenheit zu genießen. Sie bedeutet vielmehr, den Nächsten anzunehmen und - sagen wir es noch einmal - in jedem Menschen das Bild Gottes zu ehren, darum bemüht, daß auch der andere dieses Bild betrachtet und sich dadurch Christus zuwenden kann.

Freunde Gottes, 230

Immer positiv sein

Du kannst nur dann gut sein, wenn du die Tugenden und guten Eigenschaften deiner Mitmenschen wahrzunehmen vermagst.

Ist es also einmal nötig, jemanden zurechtzuweisen, dann tu es in Liebe, im passenden Augenblick und ohne zu demütigen; tu es mit der Bereitschaft, das, was du am anderen korrigierst, selbst zu lernen und dich so zu bessern.

Im Feuer der Schmiede, 455

Ein gelegentliches, unzufriedenes Herumnörgeln, sagt man, sei durchaus menschlich... Darauf antworte ich: Wir sollten aber ganz auf Gott hin ausgerichtet leben.

Das böse oder auch nur leichtfertige Wort eines einzigen Menschen kann »Meinung machen« und sogar die üble Nachrede über jemanden zur Gewohnheit werden lassen... Die Klatscherei, erst nur ein Wölkchen, steigt immer höher auf und wächst und verdichtet sich schließlich vielleicht zu einer schwarzen Wolkenwand.

Die Spur des Sämanns, 909

Ein Jünger Christi wird niemals einen Mitmenschen geringschätzig behandeln; er wird den Irrtum beim Namen nennen, aber den Irrenden in Liebe zurechtweisen, sonst könnte er ihm nicht helfen, ihn nicht heiligen. Was not tut, ist Wohlwollen, Verstehen, Entschuldigen, brüderliches Begegnen, und in allem den Rat des heiligen Johannes vom Kreuz beherzigen: Lege Liebe dort hinein, wo es keine Liebe gibt, und du wirst Liebe finden . Auch für Dinge, die scheinbar nicht von Belang sind in der beruflichen Arbeit, im Familienleben oder im Umgang mit Bekannten, gilt dies. Uns muß also daran liegen, jede Gelegenheit, sei sie auch noch so alltäglich, wahrzunehmen: und indem wir sie heiligen, heiligen wir uns und heiligen wir jene Menschen, die mit uns die Sorgen des Alltags teilen. So werden wir in unserem Leben die milde, liebenswerte Last eines Miterlösers verspüren.

Freunde Gottes, 9