Die 'megamoms' aus dem Barrio Luz

Armutsbekämpfung durch Fortbildungsprogramme für Mütter in Cebú auf den Philippinen - eine Frau stellt sich erfolgreich dieser Herausforderung.

Soziale Initiativen

Der Barrio Luz ist einer der größten Armenviertel von Cebú (Philippinen). Seine Bewohner sind in erster Linie Flüchtlinge ohne Papiere. Die Familien leben in Hütten von 15 Quadratmetern für durchschnittlich 5 Personen. Die meisten Eltern sind arbeitslos, außer einigen Vätern, die einer Teilzeitarbeit nachgehen oder Gelegenheitsjobs auf dem Bau finden.

Elizabeth López, die früher als Buchhalterin in der philippinischen Zentralbank arbeitete, bot sich an, einen Plan zu erarbeiten, um in diesem Stadtteil ein Sozialprojekt auf den Weg zu bringen. Als Lehrerin für Mathematik, Buchhaltung und Management im Zentrum Banilad für Berufliche Entwicklung leitet sie jetzt seit einiger Zeit ein Erziehungsprogramm für 60 Mütter aus dem Barrio Luz, die in einer schwierigen finanziellen Lage sind.

López erklärt dazu: "Ich nahm die Herausforderung an, fühlte aber innerlich eine große Angst. Werde ich fähig sein, das zu tun? Dann kamen mir Worte von Josemaría Escrivá in den Sinn, die sich gerade auf den Einsatz für Arme und Bedürftige beziehen. 'Wer sich als Kind Gottes weiß, kann nicht einem Klassendenken, einerlei welcher Art, verhaftet sein. Ihn bewegen die Sorgen aller Menschen. Er versucht, in dem Geist der Gerechtigkeit und der Liebe unseres Erlösers zur Bewältigung der Probleme beizutragen. Auf diese Grundhaltung der Christen hatte schon der Apostel hingewiesen, als er schrieb, daß es bei Gott kein Ansehen der Person gibt – ein Wort, das ich unbedenklich übersetze: Es gibt nur eine Rasse, die rasse der Kinder Gottes!'"(Die Spur des Sämanns, 303)

Das Projekt wurde vom United Parcel Service (UPS) mit 1,27 Millionen philippinischer Pesos subventioniert. Diese Institution stellte außerdem das Material für die Koch- und Handarbeitskurse zur Verfügung und kam anfangs für die Gehälter des professionellen Teams auf, das die Initiative leitete. Damit konnte das Projekt gestartet werden

Nachdem bereits ein Jahr lang Fortbildungskurse stattgefunden hatten, wurde am 12. Juli 2006 die Cebu Megamoms Multipurpose Cooperative ins Leben gerufen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten hat sie sich das Ziel gesetzt, die Armut in der Region zu bekämpfen und den Menschen dort allgemein menschliche und christliche Werte nahe zu bringen.

Merlina Solis, eine Mutter von fünf Kindern, nimmt regelmäßig am Glaubensunterricht teil. Sie sagt, dass sie viel dabei lernt: "Mir ist klar geworden, dass ich in meinem Leben viele Fehler gemacht habe. Megamoms gibt mir die Chance, meinen Kindern helfen zu können, diese Fehler nicht mehr zu machen."

Das nächste Projekt richtet sich an eine weitere Gruppe von Müttern. López sagt, sie hoffe auf eine größere Summe von der UPS, um in den ersten Monaten dieses Jahres einen Kinderhort einzurichten, so dass die Mütter zum Unterricht kommen können. Diese zweite Gruppe von Müttern aus dem Barrio Luz wird größer sein, und außerdem werden auch arme Familien aus Carbon und der Bergregion von Barangay de Balamban teilnehmen können. Die Teilnehmerinnen am ersten Kurs werden sie unterrichten. "So können sie gleich als Lehrerinnen Geld verdienen", freut sich López .

Sie erwähnt gerne, dass sie sich in ihrem Gebet immer an den heiligen Josefmaria wendet: "Zeige mir, wie ich mit all diesen Menschen umgehen soll; wie ich weder zu hohe Anforderungen stellen noch zu nachgiebig sein kann. Die Initiative ist ein Erfolg, aber mein Ziel ist es, daß alles auch dazu dient, dass sie Gott näher kommen."

Seit dem schwierigen Beginn hat sich vieles geändert: "Die Kinder haben aufgehört, Schimpfworte zu benutzen, weil ihre Mütter es auch nicht mehr tun", betont López. Sie beten mit ihren Müttern, sie zeigen Einsatz für die Schule und helfen sogar im Haushalt. Sonntags gehen sie mit der ganzen Familie zur Messe. Sie ernähren sich besser, weil die Mütter inzwischen kochen gelernt haben."

Einige Mütter arbeiten in der Kantine der Initiative mit und stellen Dinge des täglichen Gebrauchs her, die sie später verkaufen. Manche Paare haben im Nachhinein geheiratet und die Kinder taufen lassen, da sie im Katechismusunterricht etwas über die Sakramente erfahren haben.

López spricht auch darüber, was ihr Engagement für sie selbst bedeutet hat. Sie versteht jetzt, dass sie im Alltag, im Umgang mit den Menschen, heilig werden kann. "Wenn ich mit ihnen zusammen bin, ist mir der Gründer des Opus Dei ganz nah. Ich tue das alles mit ihm gemeinsam. Und er flüstert mir dann und wann zu: Nur Mut!"