4. glorreiches Geheimnis. Mariä Himmelfahrt

Wir freuen uns heute darüber, daß Maria, nachdem sie Jesus von Betlehem bis unter das Kreuz begleitet hat, ganz bei ihm ist, mit Leib und Seele, und die Freude der ewigen Herrlichkeit genießt.

Gebetstexte

Texte des heiligen Josefmaria

Heute feiern wir in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche den Triumph der Mutter, Tochter und Braut Gottes. (...) Wir freuen uns jetzt darüber, daß Maria, nachdem sie Jesus von Betlehem bis unter das Kreuz begleitet hat, ganz bei ihm ist, mit Leib und Seele, und die Freude der ewigen Herrlichkeit genießt.

Christus begegnen, 176

“Assumpta est Maria in coelum: gaudent angeli!“ – Maria ist mit Leib und Seele von Gott in den Himmel aufgenommen worden: Und die Engel frohlocken!

So singt die Kirche. – Und mit dem gleichen Jubelruf beginnen wir die Betrachtung dieses Rosenkranzgeheimnisses. Die Mutter Gottes ist entschlafen. – Die zwölf Apostel umgeben ihr Lager, Matthias an Stelle von Judas.

Und auch wir sind an ihrer Seite, durch eine besondere Gunst, die alle achten.

Aber Jesus will seine Mutter mit Leib und Seele im Himmel haben. – Und die himmlischen Heerscharen entfalten ihren ganzen Glanz, um die Herrin in Freuden aufzunehmen. – Du und ich, schließlich nur Kinder, nehmen die Schleppe des leuchtend blauen Mantels der Jungfrau und können so jene ganze Pracht beobachten.

Die Heiligste Dreifaltigkeit empfängt die Tochter, Mutter und Braut Gottes und überhäuft sie mit Ehren... – Und so groß ist die Majestät Mariens, daß die Engel sich fragen: Wer ist doch diese?

Der Rosenkranz

Assumpta est Maria in coelum, gaudent angeli. Gott hat Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Freude herrscht bei den Engeln und bei den Menschen. Woher mag sie kommen, diese innere Freude, daß es scheint, als weite sich uns das Herz und erfülle sich die Seele mit Frieden? Wir freuen uns, weil wir die Verherrlichung unserer Mutter feiern, und es ist nur natürlich, daß wir, ihre Kinder, uns besonders freuen, wenn wir sehen, wie die Allerheiligste Dreifaltigkeit sie ehrt.

Christus, ihr göttlicher Sohn, unser Bruder, hat sie uns auf GoIgotha zur Mutter gegeben, als Er zu Johannes sagte: „Siehe da, deine Mutter“ (Joh 19, 27). Und zusammen mit dem geliebten Jünger haben auch wir sie in jenem Augenblick äußerster Trostlosigkeit zur Mutter erhalten. Maria nahm uns in ihren Schmerz auf, als sich die Prophezeiung erfüllte: „Deine Seele wird ein Schwert durchdringen“ (Lk 2, 35). Wir alle sind ihre Kinder; sie ist Mutter der gesamten Menschheit. Und jetzt gedenkt die Menschheit des einzigartigen Ereignisses ihrer Aufnahme: Maria fährt in den Himmel auf, Tochter Gottes des Vaters, Mutter Gottes des Sohnes, Braut Gottes des Heiligen Geistes. Nur Gott ist größer als sie.

Christus begegnen, 171

Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel führt uns die Wirklichkeit dieser freudigen Hoffnung vor Augen. Noch sind wir unterwegs, aber unsere Mutter ist uns vorausgegangen und weist uns das Ziel des Weges. Sie sagt uns immer wieder, daß es möglich ist, dorthin zu gelangen, und daß wir auch wirklich ankommen werden, wenn wir treu sind. Denn die Mutter Gottes ist nicht nur unser Vorbild: sie ist die Hilfe der Christen. Und sie kann und will es uns nicht abschlagen, sich mit mütterlicher Fürsorge um ihre Kinder zu kümmern, wenn wir nur darum bitten: Monstra te esse Matrem.

Christus begegnen, 177

Bedenkt: wohl hat Gott seine Mutter hoch erheben wollen, doch ist es gleichermaßen wahr, daß Maria in ihrem irdischen Leben weder die Erfahrung des Schmerzes noch die Mühsal der Arbeit, noch das Helldunkel des Glaubens erspart geblieben sind. Jene Frau aus dem Volke, die eines Tages in einen Lobruf Jesu ausbricht und ruft: Selig der Leib, der dich getragen, und die Brust, die dich genährt hat, erhält vom Herrn zur Antwort: Ja selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen. Es war das Lob seiner Mutter, ihres aufrichtigen, hingebungsvollen und bis zum Letzten gelebten fiat, es geschehe, das sich nicht in auffälliger Weise kundtat, sondern im verborgenen und stillen Opfer des Alltags.

Um göttlich zu sein, um vergöttlicht zu werde, müssen wir zunächst ganz menschlich sein, müssen wir mit dem Blick auf Gott unser gewöhnliches menschliches Dasein leben und das scheinbar Geringe heiligen. So lebte Maria. Sie, die voll der Gnade Ziel des göttlichen Wohlgefallens ist, erhaben über die Engel und Heiligen, führte ein normales Leben. Maria ist ein Geschöpf wie wir, mit einem Herzen wie das unsere, fähig zu Jubel und Freude, zu Leid und Tränen. Bevor der Engel Gabriel ihr den Willen Gottes mitteilt, weiß Unsere Liebe Frau nicht, daß sie von aller Ewigkeit her auserwählt worden ist, die Mutter des Messias zu werden.Sie sieht sich selbst voll Niedrigkeit: Deshalb erkennt sie später in tiefer Demut, daß an ihr >i>Großes tat der Mächtige. (...)

Wir sind Geschöpfe Gottes wie sie, und wenn wir uns nur bemühen, treu zu sein, wird der Herr auch in uns Großes vollbringen. Daß wir nur wenig bedeuten, ist kein Hindernis: denn Gott wählt das Geringe aus, damit die Kraft seiner Liebe um so mächtiger aufstrahlt.

Christus begegnen, 172