Just Start (5): Offene Türen

In der Reihe "Just Start. Wege um anderen zu helfen“ zeigen wir diesmal Initiativen in Österreich und Deutschland, die sich an jene Menschen richten, die gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Der Verein AMAL in Wien und eine Pfarre in Köln unterstützen die Flüchtlinge dabei, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden und Fuß zu fassen.

Barmherzigkeit

Meditieren mit der Hl. Schrift

Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. (Lk. 2,7)

Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. (Mt. 10,40)

Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir. (Off. 3,20)

Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt. (Heb. 13, 2)

Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. (Eph. 2, 19)

Denn der Herr, euer Gott, …. liebt die Fremden und gibt ihnen Nahrung und Kleidung – auch ihr sollt die Fremden lieben, denn ihr seid Fremde in Ägypten gewesen. (Deut. 10, 17-19)

Meditieren mit Papst Franziskus

An der Wurzel des Evangeliums der Barmherzigkeit überschneiden sich die Begegnung und Aufnahme des anderen mit der Begegnung und Aufnahme Gottes: Den anderen aufnehmen bedeutet Gott selbst aufnehmen! (Botschaft zum Welttag des Migranten und Flüchtlings, 12.9.2015)

Die Kultur des Dialogs impliziert einen echten Lernprozess sowie eine Askese, die uns hilft, den Anderen als ebenbürtigen Gesprächspartner anzuerkennen, und die uns erlaubt, den Fremden, den Migranten, den Angehörigen einer anderen Kultur als Subjekt zu betrachten, dem man als anerkanntem und geschätztem Gegenüber zuhört. (Ansprache anlässlich der Verleihung des Karlspreises, 6.5.2016)

Es besteht die Gefahr, gewisse Verhaltensweise passiv hinzunehmen und nicht berührt zu sein von den traurigen Wirklichkeiten, die uns umgeben. Wir gewöhnen uns an die Gewalt, als wäre sie eine selbstverständliche tägliche Nachricht; wir gewöhnen uns an Brüder und Schwestern, die auf der Straße schlafen, die kein Dach über dem Kopf haben. Wir gewöhnen uns an die Flüchtlinge auf der Suche nach Freiheit und Würde, die nicht so aufgenommen werden wie sie sollten. Wir gewöhnen uns daran, in einer Gesellschaft zu leben, die den Anspruch erhebt, ohne Gott auszukommen. (Audienz, 5.3.2014)

Jeder von euch Flüchtlingen, die ihr an unsere Türen klopft, trägt das Antlitz Gottes, ist Fleisch Christi. Eure Erfahrungen des Schmerzes und der Hoffnung erinnern uns daran, dass wir alle Fremde und Pilger auf dieser Erde sind, die großherzig und ohne eigenes Verdienst von jemandem aufgenommen wurden. (Videobotschaft, 19.4.2016)

Jeder Mensch ist Kind Gottes! Ihm ist das Bild Christi eingeprägt! Es geht also darum, dass wir als Erste und dann mit unserer Hilfe auch die anderen im Migranten und im Flüchtling nicht nur ein Problem sehen, das bewältigt werden muss, sondern einen Bruder und eine Schwester, die aufgenommen, geachtet und geliebt werden müssen – eine Gelegenheit, welche die Vorsehung uns bietet, um zum Aufbau einer gerechteren Gesellschaft, einer vollkommeneren Demokratie, eines solidarischeren Landes, einer brüderlicheren Welt und einer offeneren christlichen Gemeinschaft entsprechend dem Evangelium beizutragen. (Botschaft zum Welttag des Migranten und Flüchtlings, 5.8.2013)

Meditieren mit dem Hl. Josefmaria

Jesus am Kreuz, sein Herz durchbohrt aus Liebe zu den Menschen: das ist die deutliche Antwort - Worte sind hier überflüssig auf die Frage nach dem Wert der Dinge und der Menschen. Soviel sind die Menschen, ihr Leben und ihr Glück wert, dass der Sohn Gottes sich selbst hingibt, um sie zu erlösen, sie zu läutern, sie aufzurichten. (Christus begegnen Nr. 165)

Wie Christus in Palästina umherzog und Wohltaten spendete, so müsst ihr auf allen Wegen der Menschen - in der Familie, in der Gesellschaft, in eurem Beruf, im Bereich der Kultur, in eurer Freizeit - eure Saat des Friedens breit ausstreuen. Dies wird der beste Beweis dafür sein, dass das Reich Gottes in euren Herzen ist. (Christus begegnen Nr. 166)

Es ist Nacht. Die Heilige Familie ruht. Der Engel erscheint Josef im Traum und befiehlt, nach Ägypten zu fliehen. Maria und Josef nehmen das Kind und machen sich sofort auf den Weg. Weder lehnen sie sich auf, noch suchen sie auszuweichen, noch warten sie, bis es Tag wird. (Die Spur des Sämanns Nr. 999)

Ein Mensch oder eine Gesellschaft, die auf die Not und die Ungerechtigkeit nicht reagieren und sich nicht bemühen, sie zu lindern, sind nicht Mensch und nicht Gesellschaft nach dem Maße des liebenden Herzens Christi. (Christus begegnen Nr. 167)