„Die Heilig-Land-Pilger sollen den Glauben in Raum und Zeit erleben“

Interview mit Almudena Romero, Leiterin des Saxum Visitor Center der Saxum Foundation. Das neue Besucherzentrum bietet den Pilgern eine Multimedia-Tour durch das Heilige Land mithilfe modernster Technologie

Soziale Initiativen
Opus Dei - „Die Heilig-Land-Pilger sollen den Glauben in Raum und Zeit erleben“ Almudena Romero, Leiterin des "Visitor Center".

Ziel dieser Multimedia-Tour ist, dass jeder Pilger seinen Besuch bei den Heiligen Stätten besser nützen kann. Das Besucherzentrum verfügt auch über Kapelle und Beichtstühle. Außerdem wird an einem Programm zur Weiterbildung von Reiseführern gearbeitet.

Was ist die Zielsetzung des künftigen Besucherzentrums?

Wir beabsichtigen den Pilgern dadurch zu einem größeren Nutzen auf ihrer Reise zu verhelfen, indem sie mit Kenntnissen beim Besuch jeder einzelnen Stätte eintreffen, die ihnen tiefere Erfahrungen ermöglichen.

Es geht um ein zweifaches Ziel: Einerseits soll den Pilgern ein tieferes Verständnis für das Heilige Land vermittelt werden und andererseits gilt es, den Fremdenführern zu einer besseren Ausbildung zu verhelfen. Den Pilgern wird eine Multimedia-Tour mit einem Abriss der Geschichte des Heiligen Landes angeboten, bei der auf jede einzelne der besuchten Heiligen Stätten besonders eingegangen wird. Damit soll den Pilgern zu einer besseren Nutzung ihrer Reise verholfen werden, so dass sie beim Besuch der einzelnen Orte mit Vorkenntnissen eintreffen, die ihnen eine tiefere Erfahrung ermöglichen.

Was wird der Pilger bei seinem Besuch vorfinden?

Eine Multimedia-Tour durch das Heilige Land anhand von informativen Schautafeln und interaktiven Bildschirmen – sowie Videos auf Mehrfachbildschirmen – über eine von Abraham bis Jesus Christus reichende Zeitspanne, ein Modell des alten Jerusalem und eine große Landkarte des Heiligen Landes, auf der die Pilger die Schritte von Abraham, Moses, David und Jesus nachgehen können. Diese multimediale Rundreise wird von traditioneller Musik begleitet und sogar von Düften, die zu den einzelnen Stätten versetzen.

Es gibt eine Kapelle, in der auch Beichtstühle vorhanden sind. Die Reisegruppen können dort, wenn sie das wünschen, die Heilige Messe feiern oder gemeinsam beten. Viele Gruppen vermissen einen Platz, wo man im Rahmen der Besuche des Heiligen Landes das Bußsakrament empfangen kann. Hier wird das möglich sein.

Darüber hinaus steht ein Mehrzweckraum für Konferenzen oder Kurse zur Verfügung, mit einem kleinen Café, wo sich die Pilger von den Anstrengungen der mühsamen Reise erholen können. Für die Fremdenführer kann die Multimedia-Bibliothek von besonderem Nutzen sein, wo sie Material zur Vervollständigung ihrer Kenntnisse über die Örtlichkeiten oder konkrete Epochen des Heiligen Landes vorfinden.

Inwiefern wird das Visitor Center die Arbeit der Fremdenführer unterstützen?

Für die beim israelischen Tourismusministerium akkreditierten Fremdenführer werden in Zusammenarbeit mit Polis – The Jerusalem Institute of Languages and Humanities ständig Fortbildungskurse angeboten. Dieses lokale akademische Zentrum hat gemeinsam mit dem Planungsteam die historischen und archäologischen Inhalte der vorher angesprochenen Multimedia-Tour erarbeitet.

Die Zusatzausbildung für Fremdenführer wird sich auf die Geschichte und Bedeutung jeder einzelnen Heiligen Stätte konzentrieren. Ferner beginnen wir das Projekt „Emmaus-Gang“, bei dem man zu Fuß von Saxum nach Emmaus Nikopolis (liegt ca. 27 km entfernt) wandern kann. Dieser Ort wird seit der Antike für jenen Platz gehalten, an dem Jesus nach seiner Auferstehung mit zwei Jüngern das Brot gebrochen hat. Saxum liegt am halben Weg zwischen Jerusalem und Emmaus Nikopolis und wird den Wanderern als Informationszentrum dienen.

Unsere wichtigste Inspiration für diese Initiative kommt aus den Lehren des heiligen Josefmaria, der dazu riet, sich in das Evangelium so zu vertiefen als ob man selbst am Ort des Geschehens dabei gewesen ist.

Woher kommen die Anregungen zu dieser Initiative?

Unsere wichtigste Inspiration für diese Initiative kommt aus den Lehren des heiligen Josefmaria, der dazu riet, sich in das Evangelium so zu vertiefen als ob man selbst am Ort des Geschehens dabei gewesen ist - als einer mehr.

Es ist eine große Hilfe zu wissen, wie es zur Zeit, als Jesus lebte, zuging, und viel über das Land, das Er in jener Epoche durchwandert hat, zu wissen. Wir wollen dazu beitragen, unseren Glauben in den Koordinaten von Zeit und Raum zu erleben.

Die für die museumskundliche Gestaltung des Besucherzentrums Verantwortlichen – der Architekt Antonio Vaíllo und Carlos Bernar, der die Multimedia-Tour konzipiert und gestaltet hat – haben sich diese Botschaft als Leitfaden gewählt, nämlich das Wort als Menschgewordenes Wort, und das Wort als Heilige Schrift, Altes und Neues Testament

Gerne werden auch Mitglieder anderer Religionen, die aus kulturellem Interesse kommen wollen, erwartet. Wer hier vorbeikommen will, braucht nur zu schreiben und einen Besuchstermin zu vereinbaren.

Wer kann dieses Angebot in Anspruch nehmen?

Das Haus ist für jede Art von Pilgerfahrten, Besuchergruppen, Familien oder Einzelreisende offen. Es sollte für alle Christen der unterschiedlichen Bekenntnisse und Konfessionen von besonderem Interesse sein. Aber gerne werden auch Mitglieder anderer Religionen, die aus kulturellem Interesse kommen wollen, erwartet. Wer hier vorbeikommen will, braucht nur zu schreiben und einen Besuchstermin zu vereinbaren.

Wann wird das Visitor Center den Betrieb aufnehmen?

Das Besucherzentrum von Saxum soll vor dem Sommer 2017 eröffnet werden. Vorab wird ein Informationstag veranstaltet, bei dem wir es Reisebüros und Fremdenführern vorstellen. Wir möchten zeigen, welche Vorteile es für sie bringt, wenn sie das Visitor Center im Rahmen ihrer gewöhnlichen Reiseveranstaltungen aufsuchen.